Start welcher Mond-Mission geglückt – Astronauten nach sich ziehen noch 350.000 Kilometer vor sich

Nach mehr als einem halben Jahrhundert schickt die Nasa wieder Menschen Richtung Mond. Die vier Astronauten sind gestartet. Die Raumkapsel befindet sich nun in der Erdumlaufbahn. Lesen Sie alle Entwicklungen in unserem Protokoll.

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Erstmals seit 1972 sind in der Nacht zum Donnerstag wieder Menschen in Richtung Mond gestartet. Im Rahmen der „Artemis 2“-Mission sind drei Männer und eine Frau an Bord einer „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ (SLS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida um 00:35 Uhr MESZ (18:35 Uhr Ortszeit) abgehoben.

Alle Entwicklungen zur zehntägigen Mondmission im Liveticker:

10:45 Uhr – Astronauten schlafen

Seit rund zehneinhalb Stunden fliegen die vier Astronauten durch das All und sind mittlerweile über 65.000 Kilometer von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS bewegt sich in rund 400 Kilometer Höhe.

Die Orion-Kapsel hat somit auch den sogenannten geostationären Orbit verlassen, der sich auf etwa 36 000 Kilometern Höhe befindet. Dort sind vor allem TV-, Wetter-, Erdbeobachtungs- und Spionagesatelliten unterwegs.

Derzeit schlafen die Astronauten, bevor gegen 14.10 Uhr MESZ eine weitere Kurskorrektur ansteht, um in Richtung Mond zu fliegen. Es sind noch etwa 350 000 Kilometer bis zum Mond.

10:20 Uhr – beeindruckende Aufnahmen

10:15 Uhr – Verfolgen Sie den Flug der Kapsel live

09:08 Uhr – Raumfahrtministerin Bär freut sich

Dorothee Bär, Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt sprach bei WELT TV über den geglückten Start der Mond-Mission. „Ich freue mich, dass es jetzt geklappt hat“, sagte Bär und betonte unter anderem den deutschen Anteil an der Reise zum Erdtrabanten. „Deutschland ist ja auch mit mehreren Modulen dabei, ist natürlich sehr, sehr positiv und hilft uns dann für alle weiteren Missionen.

08:57 Uhr – Astronauten schließen Weltraum-Manöver ab

Die Astronauten schildern Eindrücke aus der Raumkapsel. „Wir haben einen schönen Mondaufgang“, sagte Reid Wiseman, der Kommandant der Mission. „Wir steuern direkt darauf zu“, fügte der 50-jährige hinzu. Sein Kollege Victor Glover bedankte sich beim Nasa-Kontrollzentrum in Houston. „Toll mit euch zu fliegen, Houston“, sagte er und fügte hinzu: „Schönes Gefährt.“

Außerdem schloss die Crew laut Nasa die „Demonstration der Annährungsmanöver“ erfolgreich ab. Dabei manövrierte das Team die Orion-Raumkampsel in einer Distanz von rund zehn Metern um die abgetrennte Oberstufe der Rakete. Die Nasa möchte wissen, wie sich Orion verhält, falls die Selbststeuerungsfunktion ausfällt und die Piloten die Kontrolle übernehmen müssen.

08:45 Uhr – Nasa-Chef zufrieden

Jared Isaacman betonte auf einer Pressekonferenz nach dem Start die historische Bedeutung der „Artemis 2“-Mission. „Der heutige Start ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und für alle, die an Erforschung glauben“, erklärte der Nasa-Chef.

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„Artemis 2 ist der Start von etwas, das größer ist als nur eine Mission. Es ist der Beginn unserer Rückkehr zum Mond, nicht nur zum Besuchen, sondern irgendwann auch zum Bleiben in unserer Mond-Station.“ Man lege nun die Basis für die nächsten „gigantischen Schritte“.

07:28 Uhr – Der Start der Rakete im Video

07:20 Uhr – Astronauten müssen Toilettenproblem lösen

Kurz nach dem Start mussten sich die Astronauten mit Randproblemen herumschlagen: Die Inbetriebnahme einer Toilette an Bord der „Orion“-Kapsel missglückte. „Die Toilette hat sich von selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet“, berichtete Astronautin Christina Koch der Missionskontrolle in Cape Canaveral.

Ihr wurde geraten, vorerst ein tragbares System aus Beutel und Trichter zu benutzen – ein CCU, kurz für Collapsible Contingency Urinal –, während die Flugkontrolleure überlegten, wie sie das sogenannte Mond-Klo am besten wieder einsatzbereit machen könnten. Die Toilette befindet sich den Angaben zufolge im Boden der Kapsel und verfügt über eine Tür und einen Vorhang für Privatsphäre. Die Stationstoilette sei derzeit außer Betrieb; zwei andere funktionierten jedoch einwandfrei.

Auch ein Kommunikationsproblem war schnell gelöst. Die Verbindung der Missionskontrolle zur „Orion“-Kapsel brach kurzzeitig ab, als von einem Tracking- und Datensatelliten auf einen anderen gewechselt wurde. Das Problem konnte jedoch schnell behoben werden.

07:11 Uhr – Der Weg der „Orion“-Kapsel zum Mond

05:14 Uhr – „Orion“-Kapsel erfolgreich getrennt

Die „Orion“-Kapsel hat sich erfolgreich von der Rakete getrennt, und der Test der „Annäherungsmanöver“ ist im Gange. Die Astronauten steuern „Orion“ manuell, ähnlich wie sie es tun würden, wenn sie an ein anderes Raumschiff andocken würden.

04:45 Uhr – Nasa-Chef spricht über kurzzeitiges Kommunikationsproblem nach dem Start

Kurz nach dem Start brach vorübergehend die Kommunikation zwischen den vier Astronauten an Bord der „Orion“-Kapsel und dem Kontrollzentrum auf der Erde ab. Die Crew habe die Stimmen aus dem Kontrollzentrum hören können, aber die Mitarbeiter im Kontrollzentrum hätten die Astronauten nicht hören können, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz.

Das Problem habe aber nach kurzer Zeit gelöst werden können und die Kommunikation sei wiederhergestellt. „Wir klären das Problem aktiv auf.“

01:01 Uhr – Raumkapsel hat Erdumlaufbahn erreicht

Die „Orion“-Raumkapsel hat eine Erdumlaufbahn erreicht. Rund acht Minuten nach dem Start der Trägerrakete SLS trennte sich die erste Stufe der Rakete von der Raumkapsel, wie ein Vertreter der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Live-Stream sagte. Zuvor hatten sich bereits die beiden sogenannten Booster von der Rakete getrennt.

00:57 Uhr – Raumfahrtministerin: Deutschland mit an Bord

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat nach dem erfolgreichen Start die deutsche und europäische Rolle bei der „Artemis 2“-Mission betont. Deutschland sei mit an Bord, teilte die CSU-Politikerin mit.

„Technik „Made in Germany“ ist integraler Bestandteil des Raumschiffs: Das European Service Module (ESM), dessen Endmontage in Deutschland erfolgt, sichert Energieversorgung und Antrieb für den Weg zum Mond.“

00:50 Uhr – Washington Monument erstrahlt zu Ehren der Mond-Misson

00:46 Uhr – Deutsche Astronauten wären gerne mitgeflogen

Die deutschen Astronauten Alexander Gerst (49) und Matthias Maurer (56) wären bei der „Artemis 2“-Mission auch gerne mit an Bord gewesen. „Ich habe schon zwischenzeitlich kurz überlegt: In der Toilette ist doch noch Platz, komme ich dann irgendwie rein?“, sagte Maurer in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Den Traum, Astronaut zu werden, habe er sich erfüllt, den Traum von einem Weltraum-Außeneinsatz auch. „Und der dritte, der ganz, ganz große Traum, der noch aussteht, ist der Flug zum Mond.“

00:36 Uhr – Schaulustige verfolgen den Start

00:35 Uhr – „Artemis 2“-Mission erfolgreich gestartet

Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Vier Astronauten hoben dafür um 18:35 Uhr Ortszeit (00:35 Uhr MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.

Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis 2“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden.

00:27 Uhr – Countdown läuft wieder

Der Countdown wurde wieder in Gang gesetzt. Neue Startzeit: 00:35 Uhr MEZ.

00:20 Uhr – Countdown gestoppt

Der Countdown wurde aktuell angehalten. Der Start wird sich somit nach hinten verschieben. Das Startfenster ist insgesamt zwei Stunden lang.

00:12 Uhr – Deutsche Astronauten fiebern mit

Es sei ein „historischer Tag“, sagte der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor dem Start, sein Astronautenkollege Matthias Maurer sprach von einem „ganz neuen Kapitel für die Raumfahrt“. „Es gibt eine ganz einfache Botschaft: Es gibt eine riesige Rakete, und die Rakete fliegt zum Mond“, sagte Maurer weiter. Ohne europäische Technologie könne die Rakete gar nicht starten.

„Wir sind also ein großer Teil dieser Mission, und unser Beitrag wird langfristig auch Europäer zum Mond bringen“, so Maurer. „Und ich denke, das ist eine Inspiration für all die Kinder in Europa, und auch für die älteren Kinder, die hier stehen.“ Viele Menschen würden davon „träumen, zum Mond zu fliegen“.

00:08 Uhr – US-Verkehrsminister sagt Sieg im Wettlauf zum Mond und Mars voraus

Bis Dezember war Sean Duffy, US-Verkehrsminister, übergangsweise Leiter der Nasa. Kurz vor dem geplanten Start der „Artemis-2“-Mission zeigt sich der 54-Jährige überzeugt, dass die USA im Wettbewerb im All gegenüber der Volksrepublik China die Nase vorn haben werden.

Auf der Plattform X richtet sich Duffy direkt an die Crew: „Reid, Victor, Christina und Jeremy! Wir drücken euch allen die Daumen, und es ist mir eine Ehre, dabei zu sein und euren Start zur Mondumrundung mitzuerleben.“ Für ihn markiere der Beginn von „Artemis 2“ einen wichtigen Moment – nicht nur für den nationalen Stolz, sondern auch für die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Zugleich betont er selbstbewusst, dass die USA China im Rennen zum Mond und später auch zum Mars hinter sich lassen werden.

Mittwoch, 1. April

23:30 Uhr: NASAs Mondfahrplan nach „Artemis 2“

Die Raumfahrtbehörde hat kürzlich ihr „Artemis“-Mondforschungsprogramm neu strukturiert und es nach dem Vorbild des rasanten Apollo-Programms gestaltet, das in den 1960er und 1970er Jahren in rascher Folge Mondmissionen durchführte.

1. „Artemis 2“ beinhaltet einen Mondumflug von vier Astronauten.

2. „Artemis 3“ konzentriert sich auf den Start einer Mondlandefähre in eine Erdumlaufbahn im Jahr 2027, um Andockübungen von Astronauten in einer Orion-Kapsel durchzuführen.

3. „Artemis 4“ hat zum Ziel, im Jahr 2028 Astronauten auf dem Mond zu landen.

23:21 Uhr: Technisches Problem behoben

Ein nicht näher spezifiziertes Problem mit dem Flugabbruchsystem der Rakete, das ein Selbstzerstörungssignal an die Rakete senden würde, falls diese vom Kurs abweicht und auf ein besiedeltes Gebiet zusteuert, sei behoben worden, teilte die NASA mit.

Die Zuschauer jubelten, als die NASA ihre Ankündigung machte.

23:01 Uhr: NASA untersucht ein technisches Problem

Es gibt ein nicht näher spezifiziertes Problem mit dem Flugabbruchsystem der Rakete, das ein Selbstzerstörungssignal an die Rakete senden würde, falls diese vom Kurs abweicht und auf ein besiedeltes Gebiet zusteuert. „Das ist eine ziemlich einzigartige Situation“, erklärte NASA-Kommentator Derrol Nail.

Einer der Startleiter sei alarmiert worden, um schnell zum angrenzenden Montagegebäude zu eilen und Ausrüstung aus der Space-Shuttle-Ära zu holen, sagte er. Er betonte, dass es kein Problem mit der Rakete selbst gebe. „Im Moment ist der Schießstand nicht nutzbar, aber das hält uns nicht davon ab, im Countdown weiterzumachen“, berichtete Nail.

21:58 Uhr: Crew nimmt in Kapsel Platz

Wenige Stunden vor dem Start verabschiedete sich die Crew von Angehörigen und nimmt in orangenen Raumanzügen in der Orion-Kapsel Platz.

saha/jmr mit dpa/AP

Source: welt.de

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