In einer Großstadt wie Frankfurt finden sich keine ungenutzten Wohnungen mehr? Weit gefehlt. Mancher sanierungsbedürftige Wohnraum steht schon länger leer. Das liegt nicht an vermeintlich ungehörigen Vermietern oder größeren Wohnungsgesellschaften, sondern an der Stadt selbst. Das Amt für Bau und Immobilien verfügt über 1200 Wohnungen, die die kommunale Wohnungsgesellschaft ABG nun langfristig herrichten und bewirtschaften soll. Die städtische Verwaltung hat das offenkundig nicht vermocht. So stehen Dienstwohnungen für Schulhausmeister leer, weil diese unbewohnbar sind. Auch mit der Sanierung bestehender Schulgebäude oder dem Bau neuer Räume kommt die Stadt Frankfurt nicht hinterher.
Bildungsdezernentin Sylvia Weber sprach vom Ergebnis jahrzehntelanger Vernachlässigung städtischen Eigentums. Allerdings ist sie schon seit fast zehn Jahren im Amt. So steht das Gebäude einer sanierungsbedürftigen Grundschule seit Jahren leer, ohne dass Bauarbeiter tätig werden. Woanders unterrichten Lehrer die Schüler in veralteten und teilweise baufälligen Räumen, die dann im Sommer zu warm werden.
Wenn Bildung wichtig ist, sind Bildungsimmobilien nicht zu vernachlässigen. Generell sollten Verwaltungen für den Bau von Schulen und für Wohnungen stärker auf private Unternehmen setzen. Der Staat kann dadurch seine finanziellen Mittel in der Regel effizienter einsetzen. Städtischer Leerstand lässt sich vermeiden.