Eismassen schieben sich auf der Elbe nahe Hamburg auf. Zehn Eisbrecher kämpfen im Dauereinsatz gegen das Chaos, der Schiffsverkehr steht still. Die bizarre Winterkulisse zieht Schaulustige in Scharen an.
In Geesthacht bei Hamburg haben sich auf der Elbe mehrere Meter hohe Eismassen gebildet. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Demnach sind zehn Eisbrecher im Dauereinsatz, der Schiffsverkehr steht still. Die bizarre Winterkulisse ziehe Schaulustige in Scharen an – mit teils gefährlichen Folgen.
„Das hatten wir so auch noch nicht. Das Eis reicht vom Grund der Elbe gut zehn Meter in die Höhe“, sagte Andreas Schultz, Leiter der Spezialschiff-Flotte beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), zu „Bild“. Fotos zeigen meterhohe Eisformationen an der Elbinsel unterhalb der Geesthachter Elbbrücke in Schleswig-Holstein. Spaziergänger beobachten das Spektakel und zücken ihre Handys.
Ursache des Phänomens: Eis, das vom Elbe-Boden aufstieg
Die zehn Eisbrecher sind derzeit laut Schifffahrtsamt im Bereich Geesthacht und Lauenburg im Einsatz. 70 bis 100 Prozent der Elbe seien durch Treibeis bedeckt, teilweise gebe es sogenannten Eisstand, sagte ein Sprecher des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes „Das Eis ist aber nicht dick“, sagte der Sprecher. Trotzdem sei der für die Schifffahrt eigentlich wichtige Abschnitt gesperrt.
Ursache für das Spektakel: eisige Temperaturen bis minus 10,8 Grad und Niedrigwasser. Das sogenannte Grundeis bildete sich am Boden, stieg auf und blockierte die Oberfläche. Unter den Einbrechern ist laut „Bild“ auch der Koloss „Keiler“, ein Schiff mit 1100 PS, das sich immer wieder direkt auf die Barrieren setzt und das Eis zerdrückt – rund um die Uhr. Auch die Eisbrecher „Wisent“, „Büffel“ und „Eber“ sind im Einsatz und versuchen, die Fahrrinne freizumachen.
Doch das Niedrigwasser stört dabei. „Wir können nur bei Hochwasser fahren. Steht das Wasser zu niedrig, könnten wir durch den Tiefgang den Grund berühren – und das geht natürlich nicht“, sagte Schultz dem „Hamburger Abendblatt“.
Während Autofahrer im Stau stehen, weil einige das Schauspiel vom Wagen aus filmen, macht sich auch die Sorge vor neuem Frost breit. Schon diese Woche könnte es erneut frieren – und das Eis-Chaos weitergehen.
coh
Source: welt.de