Das frühlingshafte Wetter lässt auf eine frühe Spargelernte hoffen. Erste Stangen könnte es bereits im März geben. Auch beim Preis gibt es gute Nachrichten.
Dank der milden Temperaturen rechnen Bauern in Deutschland bereits ab Mitte März mit den ersten Spargelstangen. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer erklärte, dass es vom 20. März an nennenswerte Erntemengen geben werde. Auch im Nordwesten könnte je nach Anbauart und Verfrühungsgrad in diesem Zeitraum geerntet werden.
Die Pflanzen hätten vom trockenen Herbst und den kalten Wintertagen profitieren und viel Energie einlagern können, teilte der Verband mit. „Mit dem gefühlten Sprung vom Winter in den Sommer treiben die Spargelstangen nun üppig aus“, sagte Ludger Aldenhoff, Anbauberater des Verbands . „Zu Ostern erwarten wir ausreichend Spargel für alle.“
Preise bleiben weitgehend stabil
Auch Verbandsgeschäftsführer Simon Schumacher rechnet mit einer guten Saison. „Nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre wird die Qualität der Spargelstangen unter den Witterungsbedingungen sehr gut sein.“
Verbraucherinnen und Verbraucher müssten zudem nicht mit stark steigenden Preisen rechnen. Man starte moderat in die Saison, wolle in der Hauptzeit aber nicht zu Discountpreisen anbieten. Bruch- und Suppenspargel soll für unter zehn Euro pro Kilogramm erhältlich sein. Der Sonntagsspargel in bester Qualität koste etwas mehr, nicht aber über 20 Euro pro Kilogramm.
Pro Kopf werden jährlich rund 1,4 Kilo Spargel verzehrt
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Preis für Spargel 2025 bei rund 4,53 Euro je Kilogramm. Das waren etwa 35% mehr als noch 2020. Der Preis hängt unter anderem von der Erntemenge ab, wobei die ersten Stangen üblicherweise am teuersten sind.
Im vergangenen Jahr wurden bundesweit fast 105.000 Tonnen Spargel geerntet – weniger als in den Vorjahren. Rund 1.350 Betriebe bauten das Gemüse auf gut 19.200 Hektar an. Der überwiegende Teil der Erntemenge ist weißer Spargel. Bundesweit werden pro Kopf jährlich rund 1,4 Kilo Spargel verzehrt.
Keine Ausnahmen vom Mindestlohn für Saisonarbeiter
Unterdessen bekräftigte das Bundeslandwirtschaftsministerium, dass Ausnahmen vom Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte nicht zulässig sind. Eine Prüfung habe ergeben, dass Ausnahmen für einzelne Branchen oder Minijobber in der Landwirtschaft rechtlich nicht zulässig seien.
Im Februar hatte der CDU-Parteitag einen Antrag beschlossen, der Ausnahmen für Agrar-Saisonkräfte fordert. Die Linke kritisierte dies scharf. „Die CDU schlägt kalten Rechtsbruch vor“, erklärte der Linken-Abgeordnete Marcel Bauer.
Die Debatte war im vergangenen Jahr mit Blick auf die damals noch zu beschließende Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns aufgekommen. Der Bauernverband hatte vor den wirtschaftlichen Folgen gewarnt. Der Mindestlohn stieg zuletzt auf 13,90 Euro pro Stunde und soll Anfang 2027 auf 14,60 Euro angehoben werden.
Source: tagesschau.de