„Situation wirklich dramatisch“Metall- und Elektroindustrie rechnet mit massiver Entlassungswelle
08.03.2026, 02:00 Uhr
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Trotz Großaufträgen aus dem Verteidigungssektor droht in diesem Jahr ein weiterer Abbau von Industrie-Arbeitsplätzen in Deutschland, warnt der Verband. Der von der Bundesregierung angekündigte Bürokratieabbau dauere zu lange.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet für dieses Jahr mit dem Verlust von bis zu 150.000 Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie. „Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster. Die Situation ist wirklich dramatisch“, sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Seine Branche befinde sich „in der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik“.
Als Ursachen macht Zander wie viele Verbandsvertreter hohe Kosten für die Unternehmen am Standort Deutschland aus. „Wir haben in Deutschland zu hohe Energiekosten, zu hohe Unternehmenssteuern, zu hohe Sozialabgaben und zu viel Bürokratie.“ Bei der Reduzierung der Bürokratie fehle eine systematische Herangehensweise. „Wir sind in der Tierseuchenbekämpfung systematischer als beim Bürokratieabbau“, beklagte Zander. Man müsse „natürlich auch Bürokraten abbauen“ – in den öffentlichen Verwaltungen gebe es zu viel Personal, was auch deren Haushalte belaste.
„Wir sind seit zwei Jahren in einer Rezession. Seit 2018 haben wir schon 270.000 Arbeitsplätze verloren“, rechnete er vor. „Wir sind in unserer Branche im vergangenen Monat unter 3,8 Millionen Beschäftigte gefallen. Das hatten wir zuletzt 2015.“
Mehrere Großaufträge aus dem Verteidigungssektor hatten im letzten Quartal 2025 für ein deutliches Auftragsplus in der Metall- und Elektroindustrie gesorgt, hatte der Verband Gesamtmetall vor einem Monat mitgeteilt. Bereinigt um die mehrheitlich staatlich finanzierten Rüstungsaufträge sei die Auftragslage aber nach wie vor schlecht.
Source: n-tv.de