Auf keinen Fall ohne rote Unterwäsche ins nächste Jahr springen! International gibt es ganz verschiedene Bräuche zu Silvester. Haben Sie Ihre Koffer schon gepackt? Und ihre Trauben geschluckt?
Schaffen Sie es? Zwölf Trauben zwischen dem ersten und letzten Silvestergong, und nicht verschlucken!
Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images
Das Bleigießen kennen in Deutschland wohl viele – nur wurde das tatsächliche Blei 2018 jedoch EU-weit als giftig und umweltschädigend verboten. Als Ersatz gibt es Wachs, das wenig überzeugt. Zeit also, sich nach anderen Bräuchen umzusehen. Und davon gibt es einige!
Rote Unterwäsche
Die Italiener tragen an Silvester gern rot unten drunter. Wer so bekleidet das neue Jahr begrüßt, soll Glück in der Liebe haben. Weniger romantische Zeitgenossen wählen gelbe Unterhosen – diese sollen für Reichtum im kommenden Jahr sorgen.
Koffer tragen
In Kolumbien schleppen viele nach Mitternacht gepackte Koffer durch die Straßen. Eine reiselustige Nation, denn die Kolumbianer glauben fest daran, dass im kommenden Jahr viel auf Reisen sein wird, wer auf diese Weise Silvester feiert.
Orangen unters Bett werfen
Die Menschen in El Salvador werfen nach Mitternacht drei Orangen unter das Bett: eine geschälte, eine halbgeschälte und eine ungeschälte. Anschließend suchen sie mit geschlossenen Augen die Orangen. Findet man zuerst die Orange mit Schale, wird es ein sehr gutes Jahr. Bei der Halbgeschälten wird das Jahr durchwachsen, und die geschälte Orange sagt leider schwere Zeiten voraus.
Ins neue Jahr springen
Vom Niederrhein kommt der Brauch, das neue Jahr mit einem Sprung vom Stuhl zu begrüßen. Das verspricht Schwung und Dynamik in der Zukunft. Wagemutige springen bei der Silvesterparty sogar vom Küchentisch – allerdings steigt mit dem Alkoholpegel auch die Verletzungsgefahr! Aber bitte nicht über das Feuer springen. Das macht man zwar auch zum neuen Jahr, allerdings erst zum kurdischen Neujahr Newroz, und das ist erst Ende März.
Zwölf Trauben essen
Spanischer Brauch ist es, um Punkt zwölf Uhr mit jedem Glockenschlag eine Traube zu essen. Dabei muss man sich aber beeilen. Wer nicht mit dem zwölften Schlag die letzte Traube isst, wird im neuen Jahr Pech statt Glück haben.
Kloßnudel herunterschlingen
In Japan soll der Verzehr von Mochi – eine Kloßnudel aus gestampften Klebreis – für Glück und ein langes Leben sorgen. Nur hat die Kloßnudel manchmal die entgegengesetzte Wirkung. Es kommt immer wieder zu Rettungseinsätzen, weil der zähe Kloß einem Glückssuchenden im Hals stecken geblieben ist und dieser zu ersticken droht. Ein Silvester-Brauch, von dem die Rettungskräfte daher dringend abraten.
Papier schreddern
In Argentinien werden am 31.12. alte Unterlagen und Papiere geschreddert. Den ganzen Tag rieseln in Buenos Aires dann Papierschnipsel aus den Fenstern der Hochhäuser. Der Brauch soll die Menschen frei für Neues machen. Weg mit den alten Akten!
Dieser Text ist erstmals erschienen am 31. Dezember 2009.