Der österreichische Kupferspezialist Asta Energy Solutions plant den Gang an die Frankfurter Börse im ersten Quartal und wird damit der Debütant in diesem Jahr sein. Dabei sollen über eine Kapitalerhöhung rund 125 Millionen Euro erlöst werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das gesamte Transaktionsvolumen – einschließlich von Anteilen der Alteigentümer und einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) – soll bis zu 190 Millionen Euro betragen. Die Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden.
Asta gehört dem österreichischen Industriellen Michael Tojner, der in Deutschland als Gesellschafter des Batterieherstellers Varta bekannt ist. Tojner will auch nach dem Börsengang die Mehrheit kontrollieren. Der Börsenneuling war früher ein Teil der Montana Aerospace, wurde aber im Herbst aus Tojners Industriegruppe Montana ausgegliedert. Das Unternehmen recycelt Kupferschrott und stellt daraus Kupferbauteile für die Energiewirtschaft her, etwa für Transformatoren, Generatoren und Rechenzentren. Impulse bekommt die Gesellschaft nach eigenen Angaben von der hohen Nachfrage im Zuge der Energiewende und der zunehmenden Elektrifizierung. „Wir unterstützen jeden Tag die Elektrifizierung der Welt“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Asta, Karl Schäcke, in einem Pressegespräch. Asta sei erfolgskritisch dafür, dass die Energiewende umgesetzt werden könne. Gleichzeitig steigt die weltweite Energienachfrage weiter – getrieben durch übergeordnete Entwicklungen wie Elektrifizierung, Urbanisierung und zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI).
Fonds sagen schon Geld zu
Das Management hat in seinen operativen Märkten eine strukturelle Unterversorgung festgestellt, verbunden mit steigenden Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden. Das Unternehmen beschäftigt 1400 Mitarbeiter. Standorte gibt es auf dem amerikanischen Kontinent in Brasilien, in Europa in Österreich und Bosnien-Hercegovina sowie in Asien in China und Indien. Asta hat mit seinen Produkten eine starke Marktstellung. Auf dem Gebiet der Drillleiter (spezielle Wickeldrähte aus isolierten Einzeldrähten) sieht sich die Technikschmiede als einen der globalen Marktführer, wo das Unternehmen – nach eigener Schätzung über bestehende globale Kapazitäten für die Produktion – einen globalen Marktanteil von rund 30 Prozent hält.
Als wichtige Investoren für den Börsengang haben sich der Kunde Siemens Energy sowie Fonds von BNP Paribas Asset Management, Invesco und WCM zum Kauf von Aktien für insgesamt rund 55 Millionen Euro verpflichtet. Davon entfallen allein 25 Millionen Euro auf Siemens Energy.
Als Begründung, warum man ausgerechnet in Deutschland und nicht beispielsweise in Wien an die Börse geht, sagte Schäcke: „Das Interesse für Energie ist in Frankfurt.“ Auch Siemens Energy sei in Frankfurt gelistet. Details zur Bewertung sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Mit den Erlösen will Asta international wachsen und Schulden abbauen. Vor allem in Brasilien, wo Kupferschrott zugekauft werde, soll ausgebaut werden. Ebenso soll für Investitionen in Europa ein Teil des Geldes verwendet werden. Asta sei in einem rasant wachsenden Markt tätig und wolle die technische Vorreiterstellung auch künftig verteidigen.
Dank der Energiewende floriert das Unternehmen, das auf eine über 210-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken kann. Seit 2023 habe sich der Auftragsbestand versiebenfacht, es gebe Aufträge bis 2032, teilte das Management mit. Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet es mit einem Umsatz von rund 680 Millionen Euro nach 643 Millionen Euro im Jahr zuvor. Operativ vor Abschreibungen wird ein Ertrag zwischen 45 und 47 Millionen Euro für das vergangene Jahr erwartet. Langfristig strebt der Vorstand einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro an.
Source: faz.net