Siedlergewalt im Nahen Osten : Palästinenser beklagen mehrere Verletzte im Westjordanland

Siedlergewalt im Nahen Osten Palästinenser beklagen mehrere Verletzte im Westjordanland

22.03.2026, 14:09 Uhr

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Die israelischen Siedler sollen Gebäude und Fahrzeuge angezündet haben (Archivbild vom November 2025). (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im Westjordanland kommt es erneut zu einer Welle der Gewalt gegen Palästinenser. Radikale israelische Siedler sollen mehrere Menschen verletzt und schwere Schäden verursacht haben. Auslöser der Angriffe könnte eine Meldung des israelischen Militärs gewesen sein.

Israelische Siedler haben nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Es sei ein erheblicher Sachschaden entstanden. In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen insgesamt sieben Palästinenser verletzt.

Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, „nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten“. Man verurteile jegliche Form von Gewalt und werde „weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner und die öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten“.

Zu den Angriffen auf Palästinenser kam es, nachdem die Armee mitgeteilt hatte, dass am Samstag ein israelischer Zivilist getötet worden sei. Nach Angaben der Armee soll bei diesem Vorfall ein palästinensisches Fahrzeug einen israelischen Wagen gerammt haben. Die israelische Polizei untersuchte nach eigenen Angaben, ob der Vorfall „terroristisch motiviert“ gewesen sei.

Israel: „Moralisch und ethisch inakzeptabel“

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren ist es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als „moralisch und ethisch inakzeptabel“ verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Quelle: ntv.de, lar/dpa/AFP

Source: n-tv.de