Seltene Rohstoffe: Europäischer Rechnungshof beklagt hohe Abhängigkeit dieser EU von China

Nach Einschätzung des EU-Rechnungshofs kommt die Europäische Union kaum voran, bei Rohstoffen wie Lithium und Seltenen Erden unabhängiger von China zu werden. Die Suche nach alternativen Handelspartnern sowie Förderung und Recycling in der EU stockten, teilte der Rechnungshof mit. Die EU werde ihre Ziele für 2030 wahrscheinlich verfehlen.

Betroffen sind demnach unter anderem Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden. Die EU braucht diese Rohstoffe unter anderem in der Autoindustrie und für Technologien wie Windräder und Solarzellen. Derzeit bezieht sie etwa fast ihren gesamten Bedarf an Seltenen Erden aus China. Das Land hält zudem einen Großteil der Patente für die Verarbeitung und nutzt seine Vormachtstellung, um Druck in Handelskonflikten auszuüben.

Bis 2030 will die EU ihre Versorgung zu zehn Prozent aus eigener Förderung decken, 40 Prozent sollen immerhin in der EU verarbeitet sein. Davon ist die Industrie nach Einschätzung der Prüfer jedoch weit entfernt: Von der Entdeckung neuer Ressourcen bis zur Inbetriebnahme einer Mine vergingen in der EU bis zu 20 Jahre. Raffinerien stünden wegen hoher Energiekosten „praktisch still“.

„Ohne kritische Rohstoffe wird es keine Energiewende, keine
Wettbewerbsfähigkeit und keine strategische Autonomie geben“, warnte die
zuständige Rechnungshof-Prüferin Keit Pentus-Rosimannus. Für eine
sichere Versorgung empfahl der Rechnungshof Einfuhren aus möglichst
vielen Ländern, eine Steigerung der heimischen Produktion sowie
Recycling.

Kaum Recycling

Die meisten kritischen Rohstoffe werden zudem kaum oder gar nicht recycelt – darunter Lithium, Silizium und Vanadium. Um die Metalle aus Elektroautos oder elektronischen Geräten zu lösen, müssten Firmen einen hohen Aufwand betreiben. Bei einigen wenigen Metallen ist die Recyclingquote höher, etwa Wolfram und Kupfer.

Der Europäische Rechnungshof ist eine unabhängige Kontrollbehörde der EU mit Sitz in Luxemburg. Er überprüft, ob EU-Mittel entsprechend der politischen Vorgaben zweckmäßig und effizient eingesetzt werden. Der Rechnungshof hat keine rechtlichen Befugnisse, er kann lediglich auf Missstände aufmerksam machen und Empfehlungen abgeben.

AutoindustrieChinaElektroautosEnergiewendeEUEuropäischer RechnungshofFirmenFörderungIndustrieKobaltKupferLuxemburgMetalleNeuerNickelPatenteProduktionRaffinerienRecyclingRohstoffeSeltene ErdenSiliziumSolarzellenUnionWettbewerbsfähigkeitWillWindräderWirtschaftWolfram