Selbstbedienungsläden aufwärts dem Land: Der Neue im Dorf

Ein Wunder ist nah, aber nun endet der Weg dahin vorerst an einer Bushaltestelle irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Von diesem winzigen Ort fährt der Bus eigentlich ins noch winzigere Dabel. Doch heute leider nicht. Vielleicht fehle der Fahrer, vielleicht der Bus, mutmaßt der Herr von den Verkehrsbetrieben am Telefon. Sicher ist nur: Für die letzten Kilometer muss ein Auto her, um ebenjenes Wunder zu beschauen – Dabels neuen Supermarkt.

Noch vor Jahren hätte in der 1.300-Seelen-Gemeinde zwischen Schwerin und Güstrow kaum ein neuer Dorfladen eröffnet. Gerade aus kleinen, schrumpfenden Gemeinden zogen sich die Versorger zurück. Von 58.910 Lebensmittelläden, die es Zahlen des Kölner EHI Retail Institutes zufolge 2005 in ganz Deutschland gab, waren im Jahr 2023 noch 36.858 übrig. Analog stieg die durchschnittliche Verkaufsfläche an, sodass die Läden immer mehr Kunden brauchten, um sich zu rentieren. Schlechte Karten für Deutschlands Osten. Denn in Sachen Bevölkerungsdichte besetzen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg abgeschlagen die hinteren Plätze, danach kommt nur noch Mecklenburg-Vorpommern, wo auf den Quadratkilometer gerechnet 70 Menschen leben. Auch das ist wuselig im Vergleich zu den rund 50 Leuten, die einen Quadratkilometer Dabel bevölkern.

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