Seit rund einer Woche: Finnland: Russischer Ölexport verbleibend Ostsee nachdem Angriffen weitestgehend ausgesetzt

Seit rund einer WocheFinnland: Russischer Ölexport über Ostsee nach Angriffen fast ausgesetzt

01.04.2026, 17:25 Uhr

Rauch steigt nach ukrainischen Drohnenangriffen am 29. März aus Öltanks im russischen Hafen Ust-Luga auf. Der Hafen wurde binnen kürzester Zeit fünfmal getroffen. (Foto: via REUTERS)

Russland will von den durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreisen profitieren. Um die Pläne des Kreml zu durchkreuzen, verstärkt die Ukraine zuletzt ihre Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur. Auch zwei Exporthäfen an der Ostsee werden beschossen – mit Folgen.

Nach ukrainischen Drohnenangriffen sind die Öl- und Flüssigerdgas-Exporte aus den russischen Ostsee-Häfen Primorsk und Ust-Luga finnischen Angaben zufolge zum Erliegen gekommen. Die Verladung auf Tanker stehe seit gut einer Woche weitgehend still, teilte die finnische Grenzschutzbehörde, die den Schiffsverkehr in der Region überwacht, mit. Derzeit würden nur sehr wenige Tanker die beiden Ölhäfen verlassen, sagte Mikko Hirvi, Leiter der Abteilung für maritime Sicherheit beim finnischen Grenzschutz. „Wir sprechen hier von einzelnen Schiffen.“

Die Angriffe auf die Häfen hielten zuletzt an. So wurde Ust-Luga am Dienstag zum fünften Mal binnen zehn Tagen getroffen. Den Behörden zufolge wurde der Hafen am 22., 25., 27., 29. und 31. März getroffen, was zu einer Unterbrechung des Exports führte. Die Ukraine hat die Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur im vergangenen Monat verstärkt und die schwersten Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn auf die Ostseehäfen Ust-Luga und Primorsk geflogen. Sie will damit die Einnahmen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs schwächen.

Für Russland ist der Exportausfall die schwerste Störung seiner Ölexporte in der jüngeren Geschichte. Normalerweise passieren wöchentlich 40 bis 50 Tanker mit russischem Öl und Flüssigerdgas die Ostsee. Bereits in der vergangenen Woche waren mindestens 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten lahmgelegt. Dies schloss neben den Ostseehäfen auch die Druschba-Pipeline durch die Ukraine ein, die Ende Januar bei russischen Angriffen beschädigt worden war.

Wegen des Exportausfalls kann die Führung in Moskau auch nicht voll von den im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Ölpreisen profitieren. Laura Solanko, eine Expertin für russische Energiemärkte bei der finnischen Zentralbank, sagte, der Preis für Rohöl aus Primorsk habe zu Jahresbeginn 25 US-Dollar unter dem Referenzpreis für die Nordseesorte Brent gelegen. Wenn dieser Abschlag auf einem ähnlichen Niveau geblieben sei, könnte der Exportpreis für russisches Rohöl nun bei etwa 70 bis 75 US-Dollar pro Barrel liegen.

Allein durch den Ausfall der Rohölexporte über die Ostsee würden Russland damit täglich Einnahmen von mehr als 70 bis 75 Millionen US-Dollar entgehen. Höherpreisige Ölprodukte seien dabei noch nicht berücksichtigt. Vor den ukrainischen Angriffen exportierte Russland Solanko zufolge täglich mehr als zwei Millionen Barrel Öl und Ölprodukte über die Ostsee. 

Quelle: ntv.de, lar/rts

Source: n-tv.de