„Schwer, aber sachlich“: Ukraine-Gespräche enden nachdem zwei Stunden

„Schwer, aber sachlich“Ukraine-Gespräche enden nach zwei Stunden

18.02.2026, 12:34 Uhr

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Die USA vermitteln zwischen der russischen und ukrainischen Delegation. (Foto: picture alliance/dpa/Ukrainian National Security and Defense Council press office/AP)

Die zweite Runde der Ukraine-Gespräche in Genf ist vergleichsweise kurz. Die Verhandlungen sind ungleich schneller beendet als am Tag zuvor. Konkrete Ergebnisse werden zunächst nicht bekannt. Kiews Staatschef Selenskyj macht Moskau Vorwürfe.

Die von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland in Genf sind nach nur zwei Stunden zu Ende gegangen. Die russische Delegation habe den Ort des Treffens verlassen. Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte die Gespräche seien „schwer, aber sachlich“ gewesen. Die Parteien hätten sich jedoch auf weitere Verhandlungen verständigt. „Wir sehen, dass Fortschritte erzielt wurden, aber im Moment gehen die Positionen auseinander, weil die Verhandlungen schwierig waren“, teilte der ukrainische Präsident Selenskyj Reportern in einem WhatsApp-Chat mit.

Bereits der erste Verhandlungstag am Vortag war Berichten zufolge schwierig verlaufen. Russische Nachrichtenagenturen zitierten einen Insider mit den Worten, die sechs Stunden dauernden Gespräche seien „sehr angespannt“ gewesen. Der Leiter der ukrainischen Delegation, Rustem Umerow, hatte die Erwartungen schon vor Beginn gedämpft und nannte den zweiten Verhandlungstag „intensiv und substanziell“. Selenskyj warf der russischen Seite eine Hinhaltetaktik vor. Moskau versuche, Verhandlungen in die Länge zu ziehen, die bereits die Endphase hätten erreichen können, schrieb Selenskyj auf X.

Der US-Gesandte Steve Witkoff, der die Gespräche im Auftrag von US-Präsident Donald Trump vermittelt, äußerte sich dagegen optimistischer. Trumps Bemühungen hätten zu „bedeutenden Fortschritten“ geführt, schrieb Witkoff auf X. Beide Seiten hätten vereinbart, ihre jeweiligen Staatschefs zu unterrichten und weiter an einer Einigung zu arbeiten.

Druck von Trump

Die Gespräche in der Schweiz fanden vor dem Hintergrund wachsenden Drucks aus Washington statt. Trump hatte die Ukraine in den vergangenen Tagen mehrfach aufgefordert, Schritte für einen Erfolg der Verhandlungen zu unternehmen. In einem Interview mit Axios bezeichnete Selenskyj es als ungerecht, dass Trump öffentlich die Ukraine und nicht Russland zu Zugeständnissen dränge. Er hoffe, dass dies nur Taktik und keine endgültige Entscheidung sei, wurde Selenskyj zitiert. Trump hatte am Montag erklärt, die Ukraine tue gut daran, „schnell an den Tisch zu kommen“.

Das Treffen in Genf folgte auf zwei Runden in Abu Dhabi, die ohne Durchbruch geblieben waren. Die Positionen liegen vor allem bei der Kontrolle der Gebiete in der Ostukraine weit auseinander. Russland hält rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt, darunter die Krim und Teile des Donbass im Osten der Ukraine. Der Krieg dauert nun fast vier Jahre an; der vierte Jahrestag des russischen Einmarsches vom 24. Februar 2022 steht kurz bevor. Selenskyj betonte im Axios-Interview, dass jeder Plan, der die Abtretung nicht von Russland besetzter Gebiete im Donbass vorsehe, in einem Referendum von den Ukrainern abgelehnt würde.

Quelle: ntv.de, raf/rts

Source: n-tv.de