Schweizer Großbank: Credit Suisse holt Saudis als Retter in der Not

Die Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich Bild: REUTERS

Die Saudi National Bank steigt bei den Schweizern ein. Das bringt dringend benötigtes Geld, aber auch ein Reputationsrisiko.

Die Credit Suisse (CS) hat am Montag die in der vergangenen Woche angekündigte Kapitalerhöhung auf den Weg gebracht. Dadurch sollen der krisengeschüttelten Schweizer Großbank insgesamt 4 Milliarden Franken zufließen. Die zweistufige Aufstockung muss noch von einer außerordentlichen Aktionärsversammlung am 23. November in Zürich genehmigt werden. Den bestehenden Aktionären werden die 889 Millionen neuen Aktien zum Preis von jeweils 2,52 Franken zum Bezug angeboten. Das entspricht einem Abschlag von 32 Prozent gegenüber dem Kurs von Ende vergangener Woche. Damit will man brutto rund 2,2 Milliarden Franken einsammeln.

Johannes Ritter

Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

Überdies hat sich eine Gruppe von sogenannten qualifizierten Investoren dazu verpflichtet, 462 Millionen Aktien zum Stückpreis von 3,82 Franken zu erwerben, was weitere 1,8 Milliarden Franken einspielen soll. Der Preis entspricht einem Abschlag von 6 Prozent auf den Durchschnittskurs am vergangenen Donnerstag und Freitag. Da der CS-Aktienkurs in Reaktion auf die kapitalintensiven Umbaupläne am Donnerstag um fast 19 Prozent nach unten gesackt war, kommen diese Investoren nun noch günstiger als erwartet zu den Aktien. Davon profitiert vor allem die Saudi National Bank (SNB Group), die sich bereit erklärt hatte, sich mit bis zu 9,9 Prozent an der Bank zu beteiligen und dafür bis zu 1,5 Milliarden Franken in die Hand zu nehmen. Nun erreicht sie diese Anteilshöhe mit einem Einsatz von nur 1,2 Milliarden Franken.

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