Union und SPD haben sich auf ein Nachfolgemodell für die oft kritisierte Riester-Rente geeinigt. Privat fürs Alter vorzusorgen soll sich damit künftig auch für Menschen mit wenig Geld und Selbstständige stärker lohnen.
Bei der Nachfolge auf die Riester-Rente hat sich die schwarz-rote Koalition auf Details einer neuen staatlich geförderten privaten Altersvorsorge geeinigt. Für Menschen, die nur wenig ansparen können, soll es höhere Zuschüsse geben als bisher geplant. Außerdem sollen auch Selbstständige eine Förderung erhalten können. Das teilten Finanzpolitiker beider Fraktionen mit. Die Kosten für das neue Altersvorsorgedepot werden zudem stärker gedeckelt als ursprünglich im Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil geplant.
Bis zu 50 Cent Zulage pro gespartem Euro
Der SPD-Politiker hatte einen ersten Reformentwurf vorgelegt, an dem es im Bundestag dann noch einige Änderungen gab. So wird beispielsweise die staatliche Grundzulage zur Förderung der privaten Altersvorsorge nochmal angehoben: Für jeden gesparten Euro gibt es künftig 50 Cent bis zu einer Einzahlung von 360 Euro im Jahr. Darüber hinaus, bis 1.800 Euro pro Jahr, sind es 25 Cent.
Besonders stark sollen Familien profitieren. Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr soll künftig bereits bei einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro gewährt werden. Bisher war im Regierungsentwurf ein Beitrag von 100 Euro vorgesehen. Damit reagiert die Koalition auf Kritik von Sozialverbänden und Verbraucherschützern. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte beispielsweise kritisiert, dass die Reformpläne Haushalte mit geringem Einkommen benachteiligten.
Rendite soll erhöht werden
Anders als bei der staatlich geförderten Riester-Rente soll es keine Garantie mehr geben, dass mit Beginn des Ruhestandes ein Vermögen mindestens in Höhe der eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung steht. Dies soll die Rendite der Kapitalanlage erhöhen. Eine private Altersvorsorge lohne sich damit bereits ab kleinen Sparbeiträgen, heißt es in einem gemeinsamen Papier von Union und SPD.
Durch den Wegfall teurer Garantieleistungen, die Streckung der Abschlusskosten und eine Begrenzung der Effektivkosten im Standarddepot dürften die Menschen im Alter eine spürbar höhere Rendite ihrer Beiträge erwarten. Dieser Effekt werde durch die staatliche Förderung noch verstärkt.
Neue Vorsorge soll ab 2027 möglich sein
Noch diese Woche soll das Gesetz im Bundestag beschlossen werden. Zum 1. Januar 2027 sollen die neuen Vorsorge-Produkte dann auf dem Markt sein. Bis dahin haben auch Inhaber alter Riester-Verträge noch Zeit, über einen Wechsel nachzudenken.
Für die Altverträge gibt es zwar einen Bestandsschutz, man kann aber auch in ein neues Modell wechseln, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Dabei können allerdings Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen – diese werden laut Finanzministerium gesetzlich gedeckelt.
Source: tagesschau.de