Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biographie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht.
Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren und wuchs in Rom und Wien auf. Heute lebt sie in Deutschland. Mit „Goldstrand“ erhält sie zum ersten Mal den Preis der Leipziger Buchmesse. 2022 stand sie bereits auf der Shortlist mit ihrem Roman „Zukunftsmusik“. 2025 erhielt sie zudem den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds.
Marie-Janine Calics „Balkan-Odyssee“ ist bestes Sachbuch
Marie-Janine Calic thematisiert in „Balkan-Odyssee. 1933 – 1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ ein bislang kaum betrachtetes Thema der Exilforschung, schreibt die Jury des Buchpreises in ihrer Begründung. Calic schreibt darin von der Flucht vor dem NS-Regime über den Balkan und erinnert an einige der Menschen, die die Flucht auf sich nahmen, darunter der Theaterstar Tilla Durieux, der Dramatiker Franz Theodor Csokor und der Maler Richard Ziegler.
Südwesteuropa ist bislang in der Exilforschung kaum beachtet – Marie-Janine Calic schließt eine Lücke mit diesem eindrucksvollen Werk.
Marie-Janine Calic beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Geschichte Ost- und Südosteuropas, unter anderem als Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Außerdem arbeitete sie bereits als politische Beraterin für das ehemalige Jugoslawien am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Calic schrieb bereits zahlreiche Publikationen zum Thema, darunter „Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region“ (2016).
Manfred Gmeiner gewinnt Preis für beste Übersetzung mit „Unten leben“
Manfred Gmeiner gewinnt mit seiner Adaption von „Unten leben“ des peruanischen Autors Gustavo Faverón Patriau den Preis für die beste Übersetzung. Der Roman beschäftigt sich mit dem Leben in Kellern von Häusern, Katakomben und unterirdischen Gefängnissen. Hier entspinnt sich die Geschichte von Patriau über den amerikanischen Filmemacher George Bennet, der mehrerer Morde beschuldigt wird und Anführer einer Guerilla-Gruppe sein soll. Gmeiner habe diese labyrinthische Erzählung meisterhaft übertragen, ohne den Blick auf das magische Funkeln der Poesie zu verlieren, heißt es in der Jurybegründung.
Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen.
Manfred Gmeiner arbeitet als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte u. a. Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca. Vor seiner Tätigkeit als Übersetzer war er bereits als Buchhändler einer eigenen spanischen Buchhandlung tätig.
Quelle: Leipziger Buchmesse, MDR KULTUR, redaktionelle Bearbeitung: gw
Source: tagesschau.de