Schornstein von Kraftwerk in Ibbenbüren gesprengt

Stand: 22.02.2026 • 11:32 Uhr

In Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen ist der 275 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Steinkohlekraftwerks gesprengt worden. An der Stelle soll ein Konverter entstehen, der Windstrom von der Nordsee wandelt.

Von Andrea Hansen

Ein paar Sirenentöne, eine kurze Vorsprengung zum Tiereverscheuchen und dann der große Knall.

Drei Gebäude krachen zusammen, auch der Schlot. Stehen bleibt nur der Treppenturm – und das sollte auch so. Der Rest ist planmäßig plattgemacht.

An drei Stellen des Schornsteins waren Sprengladungen angebracht. Er faltet sich dadurch in drei Teile. Der untere Teil knickte weg, die oberen krachten durch die Wolkendecke.

Wolkenlos oder nicht, das war die Frage

Den gesamten Morgen waren bange Blicke Richtung Schornstein gegangen. Und zwar nicht aus Sorge, es könnte etwas bei der Sprengung schiefgehen.

Die Frage war vielmehr: Werden wir überhaupt sehen, wenn der „lange Lulatsch“ umfällt? Der meistgehörte Satz vor Ort war:

Beim letzten Mal war das Wetter ja besser…

Fast jeder vor Ort

Nieselregen, tiefhängende Wolken, mal war der 275 Meter hohe Schlot mehr, mal weniger und ganz oft auch gar nicht zu sehen.

Gesprengt wird bei (fast) jedem Wetter

Für Schaulustige enttäuschend, für die 21 Sprengprofis der zuständigen Firma Hagedorn überhaupt kein Problem. Mit 150 Mitarbeitenden insgesamt sind sie angetreten, um das Ganze vorzubereiten, die Gebäude zu sprengen und hinterher aufzuräumen. 100 weitere von Polizei, THW, Feuerwehr und Co. sind für die Sicherheit dabei.

Denn: Gesprengt wird bei fast jedem Wetter. Nur Sturm hätte die 600 Kilo Sprengstoff ausbremsen können.

Altes weicht, Neues kommt

Wenn die Reste abgeräumt sind, soll die Fläche im Sommer an den Netzbetreiber Amprion übergeben werden. Der will an selber Stelle einen Konverter bauen, der Windstrom von der Nordsee wandelt und in NRW verteilt.

Je nach Stromverbrauch können ein bis zwei Millionen Menschen mit dem Strom der hier gewandelt wird, versorgt werden. Dass der Konverter gebaut werden kann, ist ökologisch von Vorteil. Denn sonst wäre andernorts Fläche verbraucht worden.

Kohlekraftwerk Ibbenbüren: Da stand der Kühlturm noch, aber das Kesselhaus war bereits gesprengt.

Die Anlage soll 2031 ans Netz gehen. Damit wird Ibbenbüren der erste Ort, an dem Offshorestrom direkt ins nordrhein-westfälische Stromnetz eingespeist wird.

Unsere Quellen:

  • Stadt Ibbenbüren
  • Unternehmensgruppe Hagedorn, Gütersloh
  • Amprion
  • Uwe Beck, Leiter Abriss Zeche Ibbenbüren

Sendung: WDR.de, „Sprengung der letzten Gebäude des Kohlekraftwerks in Ibbenbüren“, 22.02.2026, 11.32 Uhr​e

Source: tagesschau.de