Was war sie niedlich, die Parade der Schneemänner auf der Hamburger Krugkoppelbrücke, oben an der Außenalster! Ganz warm wurde einem beim Abschreiten ums Winterherz, ein kristallines Seelentrösterchen reihte sich da ans andere. Manche trugen bunte Eierwärmer als Mützen oder winzige HSV-Schals, andere standen Kopf oder waren mit Skiern und Skistöcken ausstaffiert. Viral ging das kollektive Gesamtkunstwerk am vergangenen Wochenende aber nicht deswegen und erst recht nicht wegen der Mandeln und Wacholderbeeren als Äuglein, der Ärmchen aus Reisig und Öhrchen aus Blattwerk; nein, viral ging die hanseatische Tradition (in Jahren des Schneefalls), weil sich an ihr ein beispielloser Akt des Vandalismus vollzog. Die blanke Barbarei.