Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC verbietet den Import neuer ausländischer Router, vor allem aus China. Die neue Regel soll Cyberattacken vorbeugen.
Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC verbietet den Import neuer im Ausland hergestellter Router für Endverbraucher und geht damit aus Sicherheitsbedenken insbesondere gegen chinesische Elektronik vor. Die am Montag erlassene Anordnung betrifft ausschließlich neue Modelle, der Import und die Nutzung bereits vorhandener Geräte bleiben erlaubt.
Hintergrund der Entscheidung sind potenzielle Sicherheitslücken in Routern, die nicht in den USA hergestellt wurden. Diese Lücken seien in der Vergangenheit bereits zu Spionagezwecken genutzt worden, teilte die Federal Communications Commission (FCC) der Nachrichtenagentur Reuters mit. Auch der Diebstahl geistigen Eigentums sei bereits vorgekommen.
Der republikanische Vorsitzende des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, John Moolenaar, begrüßte die Entscheidung. Sie verhindere, dass Geräte mit Sicherheitslücken Teil der kritischen Infrastruktur würden.
Klage gegen chinesischen Router-Betreiber
Der Schritt der FCC geht weiter als erwartet. Im Februar hatte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton den kalifornischen Router-Hersteller TP-Link Systems verklagt. TP-Link System ist die Tochterfirma eines chinesischen Konzerns. Diesem wurde vorgeworfen, der chinesischen Regierung Zugriff auf US-Verbraucherdaten zu gewähren.
Schätzungen zufolge besitzen chinesische Hersteller einen Anteil von mindestens 60 Prozent am US-amerikanischen Markt für Heimrouter. Die chinesische Botschaft in Washington reagierte bis einschließlich Dienstag noch nicht auf die neue Regelung.
Reuters
sts
Source: stern.de