Schauspieler Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben

Stand: 09.04.2026 • 10:40 Uhr

Er spielte den Bösewicht Santer in den Winnetou-Filmen oder Generaldirektor Haffenloher in der ARD-Serie „Kir Royal“. Über Jahrzehnte stand Mario Adorf vor der Kamera und prägte so den deutschen Film. Jetzt ist er mit 95 Jahren gestorben.

Der Schauspieler Mario Adorf ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er sei am Mittwoch „nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen“, teilte sein langjähriger Manager Michael Stark mit.

Adorf habe ihm bei einem letzten Besuch vor kurzer Zeit noch mit auf den Weg gegeben, dass er sich „bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt“, erklärte Stark weiter.

Adorf spielte in Winnetou und Kir Royal

Adorf gehörte zu den großen deutschen Film- und Fernsehstars der Nachkriegsgeschichte – zu sehen etwa in „Der Tod trägt schwarzes Leder“ (1974), „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975), „Die Blechtrommel“ (1979) „Lola“ (1981) und „Der Schattenmann“ (1996). Seinen ersten Kinoauftritt hatte er in dem deutschen Spielfilm „08/15“ im Jahr 1954.

Zu Adorfs bekanntesten Rollen zählen der Bösewicht Santer in der Winnetou-Trilogie von Harald Reinl, Generaldirektor Heinrich Haffenloher in der ARD-Serie „Kir Royal“ oder 2018 Karl Marx in der ZDF-Produktion „Der deutsche Prophet“.

Tod von Mario Adorf

Sieben Jahrzehnte auf der Bühne

Über 200 Film- und TV-Produktionen

Immer wieder arbeitete der Schauspieler mit renommierten deutschen und internationalen Regisseuren zusammen. Unter anderem Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl oder Dieter Wedel wollten den Darsteller, der Bösewichte ebenso eindrücklich spielen konnte wie Patriarchen, eitle Gecken oder Feingeister.

Für die ARD-Produktion „Der Prozess Galileo Galilei“ befragte Adorf 1989 als Reporter den damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI.

Der Schauspieler spielte im Laufe seiner fast sieben Jahrzehnte währenden Karriere in über 200 Film- und TV-Produktionen mit. Auch als Sprecher und Autor machte er sich einen Namen.

Aufgewachsen in der Eifel

Geboren wurde Adorf am 8. September 1930 in Zürich als Sohn der deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf und des italienischen Arztes Matteo Menniti. Seinen Vater sah Adorf nur ein einziges Mal.

Eine Schauspielkarriere zeichnete sich in seiner Kindheit und Jugend im Eifelstädtchen Mayen in Rheinland-Pfalz allerdings erst mal nicht ab. Während andere am Schultheater spielten, gab Adorf den Klassenclown. Nach dem Abitur zog es Adorf dann doch zur Schauspielerei. Er studierte er an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Zahlreiche Preise

Es gibt kaum einen Preis für einen Schauspieler, den er nicht gewonnen hätte: den Bambi, das Filmband in Gold, den Ernst-Lubitsch-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis, die Carl-Zuckmayer-Medaille, den Grimme-Preis und den Ehrenpreis des Festivals von Locarno.

Jenseits der Bühne setzte sich Adorf für die liberale Demokratie ein. Geschichtsvergessenheit und einen Hang zu einem autoritären Politikstil prangerte er zuletzt wiederholt an. „Unsere Demokratie muss erhalten bleiben“, mahnte er 2024 bei einem Foyergespräch im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt.

Source: tagesschau.de