Scharfe Kritik an Druck IsraelsChef der US-Terrorabwehr tritt wegen Iran-Kriegs zurück
17.03.2026, 16:35 Uhr
Der Angriff auf den Iran spaltet die Anhängerschaft von US-Präsident Donald Trump. Für manch einen Konservativen ist der Krieg im Nahen Osten ein Fehler. Der Chef der Terrorabwehr der USA zieht daraus Konsequenzen.
Aus Protest gegen den US-Angriff auf den Iran ist der Chef des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Joseph Kent, zurückgetreten. „Ich kann den andauernden Krieg im Iran nicht guten Gewissens unterstützen. Der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar“, schrieb er in einem Brief an US-Präsident Donald Trump, den Kent auf X veröffentlichte. Es sei offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten den Krieg „aufgrund des Drucks seitens Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby“ begonnen hätten.
Kents Rücktritt macht die Spaltung der Trump-Anhänger in der Bewertung des Krieges deutlich. Laut „New York Times“ ist Kent der erste Beamte der Regierung, der wegen des Iran-Kriegs zurücktritt sowie einer der ersten, der seinen Rücktritt ausdrücklich mit erheblichen politischen Meinungsverschiedenheiten begründet. Kent ist demnach ein „enger Freund“ von Tucker Carlson. Der Journalist und Kommentator kritisiert den Krieg gegen den Iran allerdings scharf. „Das ist Israels Krieg, nicht der Krieg der USA“, hatte Carlson gesagt.
In dem Brief schreibt Kent, Trump habe in seiner ersten Amtszeit noch „besser als jeder andere moderne Präsident“ verstanden, wie man das Militär einsetze, ohne in endlose Kriege verwickelt zu werden. Er unterstütze die Werte und die Außenpolitik, für die Trump 2016, 2020 und 2024 geworben und in seiner ersten Amtszeit umgesetzt habe. „Bis Juni 2025 war Ihnen bewusst, dass die Kriege im Nahen Osten eine Falle waren, die Amerika die kostbaren Leben unserer Patrioten raubte und den Reichtum und Wohlstand unserer Nation erschöpfte“, schreibt Kent an Trump gerichtet.
Frau starb bei Selbstmordattentat
So lobt Kent den Präsidenten etwa für den Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat und für die Tötung des Qasem Soleimani, den mächtigen Kommandeur in den iranischen Revolutionsgarden, der 2020 durch eine US-Drohne getötet wurde.
Gleichzeitig wirft er Israel vor, dieselbe Taktik wie im Irak-Krieg angewandt zu haben, um die USA in einen verheerenden Krieg samt Tausender Opfer zu ziehen. Dafür gibt es allerdings keine Belege. „Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen“, schrieb Kent weiter. Er appellierte an Trump, „darüber nachzudenken, was wir im Iran tun und für wen wir es tun“.
Kent ist nach Angaben des National Counterterrorism Centers Kriegsveteran. Seine Frau Shannon wurde 2019 bei einem Selbstmordattentat in Syrien getötet. Kent selbst schrieb, dass er es nicht unterstützen könne, die nächste Generation in einen Krieg zu schicken, der dem amerikanischen Volk keinen Nutzen bringt. Das National Counterterrorism Center untersteht der US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard.
Source: n-tv.de