„Salome“ an dieser Komischen Oper: Mann, ey

Wie die meisten fatalen oder fragilen Frauen ist die Figur der Salome eine Männerfantasie. Das beginnt mit der Bibel und dem lieben Herrgott und reicht über eine schillernde Kulturgeschichte (Tizian, Flaubert, Oscar Wilde) bis zu dem weithin gefeierten Regisseur Evgeny Titov, 44, der nun an der Komischen Oper Berlin den Einakter Salome von Richard Strauss inszeniert hat. Das Stück dauert gut anderthalb Stunden, und die Frage, die man sich als Zuschauerin an diesem Abend nach exakt fünf Minuten stellt, lautet: Wird das, was Männer durch die Jahrhunderte hindurch fantasiert haben, allein dadurch frauen- und menschenfreundlich, dass auch Männer es inzwischen als von Männern fantasiert deklarieren?

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