Der Sachverständigenrat Wirtschaft hat die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier zu ersetzen. „Mit großer Verwunderung und
allergrößtem Bedauern nimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft
zur Kenntnis, dass das Mandat unserer Kollegin Ulrike Malmendier
nach nur dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert wurde“, teilten die Kolleginnen und Kollegen Malmendiers mit. Der
Sachverständigenrat werde insbesondere ihren Blick von außen aus
den USA auf Europa und Deutschland vermissen.
Malmendier selbst hatte „mit großem Bedauern“ auf ihre Ablösung reagiert. Es ist ihr eine große Ehre gewesen und sie steht weiterhin für die Politikberatung in Deutschland und Europa zur Verfügung, sagte die Ökonomin. Malmandier war im September 2022 unter dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in das Beratungsgremium der Bundesregierung gestoßen. Sie lehrt an der Universität Berkeley in Kalifornien.
Kanzleramt unterstützte die Ablösung
Für die Besetzung der Position hat die Union das Vorschlagsrecht. Vor allem
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) soll sich für eine Ablösung Malmendiers ausgesprochen haben; das Kanzleramt unterstützte dies. Die Entscheidung war zuvor auch im SPD geführten Bundesfinanzministerium
auf Kritik gestoßen. Wer auf Malmendier folgt, ist bisher unklar.
Die Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung sind in der Öffentlichkeit als Wirtschaftsweisen bekannt. Sie beraten die Bundesregierung bei der Beurteilung
der konjunkturellen Lage. Das Gremium erstellt
Konjunkturprognosen und regelmäßige Gutachten zur Wirtschaftslage und
bringt Reformvorschläge ein.