Russische Mittelstrecken-Rakete: Europäische Regierungschefs verurteilen Angriff mit Oreschnik-Rakete

Russland hat mit dem Einsatz einer Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik viel Kritik ausgelöst. Die Staats- und Regierungschefs
aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland reagierten empört. Sie verurteilten den Angriff als „eskalierend und inakzeptabel“. Dies gab eine
Sprecherin der britischen Regierung nach einem Telefonat zwischen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel
Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer bekannt. Russland habe „erfundene Vorwürfe“ benutzt, um den Angriff zu
rechtfertigen, sagte demnach Starmer.

Russland bestätigte den Angriff auf Ziele in der Westukraine und den Einsatz der Oreschnik-Rakete. Das Land rechtfertigte diesen Schritt als Vergeltungsaktion für den
angeblichen Versuch der Ukraine, eine Residenz von Präsident Wladimir Putin anzugreifen. Experten bezweifeln allerdings die Glaubwürdigkeit der von Russland vorgelegten Informationen.

Ukrainischen Angaben zufolge traf die ballistische Rakete, die mit einer
Geschwindigkeit von 13.000 Kilometern pro Stunde geflogen sein, eine
Infrastruktureinrichtung nahe der Stadt Lwiw.
Mit dem Angriff auf zivile Ziele nahe der EU-Grenze „versucht der
Kreml, die lebenswichtige Infrastruktur der Region inmitten sich
drastisch verschlechternder Wetterbedingungen zu zerstören“, teilte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU mit.

Selenskyj fordert Reaktion der USA

Die Bundesregierung verurteilte das russische
Vorgehen. „Russland hat mit seinem Einsatz der Mittelstreckenrakete
gegen zivile ukrainische Energieinfrastruktur in Lwiw
nochmals eskaliert“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher
Steffen Meyer in Berlin. „Es sind symbolische Drohgebärden, die Angst
machen sollen, aber nicht wirken. Dafür ist das russische Verhalten an
dieser Stelle zu durchsichtig.“

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete den
Einsatz als „klare Eskalation“ und „Warnung an Europa und die
USA“. Die EU-Länder müssten ihre Bestände an Luftverteidigung
aufstocken.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangte nach dem Angriff eine deutliche internationale Reaktion. „Es bedarf einer klaren Reaktion der
Weltgemeinschaft“, sagte Selenskyj auf der Plattform X. 

Dies
gelte vor allem für eine Reaktion seitens der USA, „deren Signalen
Russland wirklich Beachtung schenkt“, fügte Selenskyj hinzu.

Zweiter Einsatz der Oreschnik

Die
Mittelstreckenrakete kann nach russischen Angaben nicht abgefangen werden, weil sie mit mehr als der zehnfachen
Schallgeschwindigkeit fliegt. Sie kann ‍sowohl
mit konventionellen als auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt
werden. 

Es ist der zweite dokumentiert Einsatz dieser Waffe. Russland hatte die Oreschnik – russisch für
Haselnussbaum – erstmals im November 2024 gegen eine
Rüstungsfabrik in der Ukraine eingesetzt. Im August kündigte Russlands Staatschef Wladimir Putin die Serienproduktion von Oreschnik-Raketen
an
, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden können. Mitte
Dezember wurde die Rakete im mit Russland verbündeten Belarus
stationiert, wie der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko
damals mitteilte.

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