Rückgang in Deutschland stärker: Asylanträge in dieser EU in Betracht kommen 2025 um 19 Prozent zurück

Rückgang in Deutschland stärkerAsylanträge in der EU gehen 2025 um 19 Prozent zurück

03.03.2026, 09:39 Uhr

Ein Flüchtlingslager im italienischen Avezzano. (Foto: picture alliance / KNA)

Die Abschottungspolitik der EU sowie weltpolitische Veränderungen führen zu einem deutlichen Rückgang der Asylanträge in Europa. Zwar werden die meisten noch immer in Deutschland gestellt, allerdings sinkt ihre Zahl dort noch drastischer als in der EU insgesamt.

Die Asylanträge in der EU sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent gesunken. Das geht aus einem Bericht der EU-Asylbehörde EUAA hervor. Demnach gingen bis Ende Dezember 2025 rund 822.000 Asylanträge bei den EU-Ländern, der Schweiz und Norwegen ein, rund 163.000 davon wurden in Deutschland gestellt.

Damit ist die Bundesrepublik nach wie vor das Land mit den meisten Asylanträgen. Allerdings sank die Zahl um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Frankreich blieb die Zahl der Asylanträge mit 152.000 ungefähr gleich. In Spanien gingen mit 143.000 rund 15 Prozent weniger Anträge ein, in Italien (134.000) und Griechenland (62.000) waren es rund 16 Prozent weniger. Zusammen wurden in diesen fünf Ländern nach Angaben der EUAA 80 Prozent aller Asylanträge gestellt.

Mit dem Rückgang setzt sich der Trend der vergangenen drei Jahre fort. Grund dafür sind laut EUAA weniger Asylanträge aus Syrien, Bangladesch und der Türkei. Trotz des allgemeinen Rückgangs stieg die Zahl der Asylanträge aus Afghanistan und Venezuela.

Infolge des Sturzes des langjährigen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 sanken die Asylanträge aus dem Land um 72 Prozent auf 42.000. Die meisten Asylanträge wurden 2025 mit 117.000 von Afghanen gestellt, bei 41 Prozent handelte es sich laut EUAA allerdings um Folgeanträge. Die Zahl der Asylanträge aus Venezuela stieg im Vergleich zu 2024 um 23 Prozent auf 91.000. Rund 94 Prozent dieser Anträge wurden in Spanien gestellt.

Rund 4,5 Millionen Ukrainer, die vor der russischen Invasion geflohen sind, genießen zudem vorübergehenden Schutz in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz. Dabei handelt es sich um eine vom Asylverfahren getrennte Maßnahme.

Quelle: ntv.de, als/AFP

Source: n-tv.de