US-Außenminister Rubio spricht in Frankreich von einem Ende des Militäreinsatzes in den nächsten Wochen. Nach Angaben iranischer Staatsmedien und der Atomenergiebehörde des Landes haben die USA und Israel einen Reaktor im Land angegriffen. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
18:01 Uhr – Merz: USA und Israel verstricken sich jeden Tag tiefer in den Krieg
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach eigenen Worten wenig Hoffnung, dass der Iran-Krieg schnell endet. „Zurzeit verstricken sich die Amerikaner und die Israelis in diesem Konflikt jeden Tag tiefer“, sagt der Kanzler bei einer Veranstaltung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er bezweifele, dass es eine wirkliche Strategie gebe. Wenn „Regime Change“, also der Sturz der Regierung in Teheran das Ziel sei, glaube er nicht, dass dieses Ziel erreicht werde. „Ich habe große Zweifel, ob es eine Strategie gibt und ob diese Strategie dann tatsächlich auch erfolgreich ausgeübt wird“, sagt Merz. „Insofern könnte es auch noch etwas länger dauern. Es wird wahrscheinlich nicht besser.“
17:23 Uhr – Rubio stellt Kriegsende in den „nächsten zwei Wochen“ in Aussicht
US-Außenminister Marco Rubio hat Insidern zufolge seinen G-7-Kollegen bei einem Treffen in Frankreich mitgeteilt, dass der Iran-Krieg innerhalb von Wochen zu Ende sein dürfte. Der französische Sender BFMTV berichtet konkret von den „nächsten zwei Wochen“, in denen der Krieg zu Ende sei. Rubio zufolge sei der Einsatz von Bodentruppen nicht nötig.
Zugleich sagte Rubio, dass er deren Einsatz nicht kategorisch ausschließe. Die USA würden sich diese Flexibilität vorbehalten, um Präsident Donald Trump „maximale Handlungsfreiheit und maximale Möglichkeiten zu geben, sich auf Eventualitäten einzustellen“.
Zudem habe Rubio die anderen Minister nicht gebeten, Schiffe zur Öffnung der Straße von Hormus zu entsenden, sagen drei mit den Gesprächen vertraute Personen zudem der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings sollten sie sich auf ein Engagement nach Kriegsende vorbereiten.
17:03 Uhr – Iranische Staatsmedien melden Angriff auf Nuklearanlage – Isarel bestätigt Angriff
Nach Angaben der iranischen Atomenergiebehörde und iranischer Staatsmedien haben die USA und Israel eine Uran-Aufbereitungsanlage angegriffen. Die Anlage im Zentrum des Landes sei „vor wenigen Minuten vom amerikanisch-zionistischen Feind“ ins Visier genommen worden, berichtete die Behörde auf Telegram. Radioaktives Material sei jedoch nicht freigesetzt worden.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna handelt es sich um eine Schwerwasseranlage und eine Anlage zur Herstellung von sogenanntem Yellowcake. Yellowcake ist eine konzentrierte Form von Uran, die entsteht, nachdem Verunreinigungen aus dem Roherz entfernt wurden.
Kurze Zeit später bestätigten die israelischen Streitkräfte einen Luftangriff auf die Anlage in Arak. Der Komplex sei zur Herstellung von Plutonium in Militärqualität konzipiert worden und trotz internationaler Verpflichtungen nicht umgebaut worden. Die Anlage, die bereits 2025 angegriffen worden war, stelle einen „bedeutenden wirtschaftlichen Vorteil für das Terrorregime“ dar und diene der Atombehörde des Landes als Einnahmequelle.
16:15 Uhr – Wadephul betont gemeinsame Linie mit den USA
Nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul haben die G-7-Staaten eine gemeinsame Linie zum Iran-Krieg gefunden – und damit auch mit den USA. Zugleich wies er nach einem Treffen der G-7-Außenminister in der Nähe von Paris den Eindruck eines Zerwürfnisses zwischen Washington und Deutschland zurück.
„Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten“, betonte der CDU-Politiker.
Wadephul betonte, dass die Bundesregierung diplomatisch aktiv sei, man stimme sich eng miteinander ab. „Für ein Szenario danach habe ich unsere prinzipielle Bereitschaft bekundet, dass wir über so etwas miteinander sprechen können, wenn es sinnvoll ist, wenn es notwendig ist.“
15:35 Uhr – Hacker wollen E-Mail-Konto von FBI-Direktor geknackt haben
Hacker mit Verbindungen zum Iran haben sich nach eigenen Angaben Zugang zum E-Mail-Konto des FBI-Direktors Kash Patel verschafft und angebliches Material daraus veröffentlicht. Auf ihrer Website teilte die Hackergruppe Handala Hack Team mit, der Chef der US-Bundespolizei werde „nun seinen Namen auf der Liste der erfolgreich gehackten Opfer finden“.
Ein Beamter des Justizministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Patels E-Mails kompromittiert worden seien, nannte aber keine Details. Später sagte eine Quelle aus dem Ministerium, das Material scheine echt zu sein.
15:30 Uhr – Miliz verweigert Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus
Die paramilitärische Basidsch-Miliz hat drei Containerschiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verweigert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündeten die Passage verboten sei.
12:47 Uhr – „Wall Street Journal“ sieht Strategiewechsel bei Israel
Israel richtet seine Luftangriffe gegen Iran nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ inzwischen stärker auf die militärisch-industrielle Infrastruktur des Landes aus. Ziel sei es, Irans Fähigkeiten dauerhaft zu schwächen, bevor ein mögliches Ende der Kampfhandlungen erzwungen werde. Hintergrund sei die Sorge in Jerusalem, dass Donald Trump bald auf ein Ende des Krieges drängen könnte.
Der Strategiewechsel gilt laut „Wall Street Journal“ auch als Zeichen dafür, dass Israel nicht mehr ernsthaft mit einem Sturz des iranischen Regimes durch Luftangriffe rechnet. Es sehe danach aus, „dass sich die Operation von einem Versuch, das Regime aus dem Gleichgewicht zu bringen, hin zu dem Versuch verlagert, die Gelegenheit zu nutzen, um Irans militärische Fähigkeiten zu verringern, bevor Schluss ist“, sagte Farzin Nadimi vom Washington Institute dem „Wall Street Journal“.
12:27 Uhr – Revolutionsgarden: Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu „Feinden“ gesperrt
Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigen, dass die Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu den „Feinden“ des Iran gesperrt sei. „Die Durchfahrt aller Schiffe, die aus Häfen der Verbündeten und Unterstützer der amerikanisch-zionistischen Feinde kommen oder dorthin fahren, ist verboten“, erklären die Revolutionsgarden auf ihrer Website „Sepah News“.
12:24 Uhr – Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran
Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit dem Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an. Grund seien der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit. Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe „eskalieren“ und mehr Ziele und Gebiete im Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.
11:19 Uhr – „Washington Post“: USA haben über 850 Tomahawks abgefeuert – Pentagon alarmiert
Das US-Militär hat einem Bericht der „Washington Post“ zufolge in den vier Wochen des Krieges mit dem Iran über 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Damit seien diese Präzisionswaffen in einem Tempo verbraucht worden, das einige Vertreter des Pentagon alarmiert und interne Diskussionen darüber ausgelöst hat, wie man den Vorrat aufstocken könnte, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
11:00 Uhr – „Gerald R. Ford“ auf dem Weg zur Nato-Basis
Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS „Gerald R. Ford“, hat die Souda-Bucht auf Kreta wieder verlassen und nach Informationen aus Militärkreisen Kurs auf das kroatische Split genommen. Während des Einsatzes im Roten Meer hatte es an Bord ein Feuer in der Wäscherei gegeben, der nicht im Zusammenhang mit Kampfhandlungen stand. Zudem soll es ein Problem mit den Toiletten geben im Bereich der Unterkünfte der Besatzung.
Deshalb soll der Flugzeugträger laut griechischen Medien die Marinebasis Lora anlaufen, wo technische Arbeiten vorgenommen geplant sind. Sie gilt als wichtiger Standort für multinationale Übungen der Nato und verfügt über spezialisierte Kapazitäten für anspruchsvolle technische Arbeiten. Zuvor war das Schiff in die Souda-Bucht auf Kreta eingelaufen, wo erste Reparaturen stattfanden.
07:53 Uhr – Wadephul: Es laufen Vorbereitungen für direkte Gespräche
Bundesaußenminister Wadephul bestätigt, dass es indirekte Kontakte zwischen den USA und dem Iran gegeben hat. Derzeit liefen Vorbereitungen für direkte Gespräche, sagt Wadephul im Deutschlandfunk. Diese sollte zeitnah in Pakistan stattfinden. „Und das ist doch eine gute Nachricht, dass diese Gespräche stattfinden können.“ Anscheinend seien bereits erste Positionen über Dritte schriftlich ausgetauscht worden. Eventuell gebe es beim G-7-Treffen in Frankreich von US-Außenminister Marco Rubio mehr Details.
07:34 Uhr – Berichte über das US-Vorgehen: 10.000 Soldaten und ein massiver „endgültiger Schlag“
Nachdem US-Präsident Trump sein Ultimatum zum Einlenken der iranischen Führung bis 7. April, 2 Uhr deutscher Zeit, verlängert hat, ist die Frage: Wie geht es weiter? Das „Wall Street Journal“ und das Portal „Axios“ berichten unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium, erwogen werde die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten, um Trump mehr Handlungsspielraum – und Druckmittel – in den Gesprächen mit Teheran zu geben.
Laut dem „Wall Street Journal“ dürfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen. Demnach sollen sie die rund 5000 Soldaten vor Ort und Tausende Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision verstärken, die bereits in die Region beordert wurden. Die Zeitung hält es für wahrscheinlich, dass die zusätzlichen Kräfte in direkter Nähe zum Iran und der strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden dürften, über die etwa 90 Prozent der iranischen Erdölausfuhren abgewickelt werden.
Das Szenario einer drohenden Bodenoffensive im Iran würde mit weiteren US-Soldaten in der Region realistischer, der Druck auf Teheran weiter steigen. Laut „Axios“ erarbeitet das Pentagon militärische Optionen für einen „endgültigen Schlag“ gegen den Iran – inklusive dem Einsatz von Bodentruppen und schweren Bombardements. Trump habe noch keine Entscheidung dazu getroffen, sei aber bereit zu eskalieren, falls die Gespräche mit dem Iran nicht bald Ergebnisse bringen sollten.
07:09 Uhr – Libanesische Medien melden israelischen Angriff
Israel fliegt nach Berichten libanesischer Staatsmedien einen Angriff auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtet, der Angriff habe am frühen Morgen den südlichen Vorort Tahouitet al-Ghadir getroffen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichten, waren mehrere Explosionen zu hören. Aufnahmen von AFPTV zeigen Rauch über den als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz geltenden südlichen Vororten.
06:53 Uhr – Israelisches Militär: Angriffe „im Herzen Teherans“
Das israelische Militär hat am frühen Morgen eigenen Angaben zufolge eine Reihe von Angriffen „im Herzen Teherans“ gestartet. Zudem arbeite die Armee daran, einen Raketenstart aus dem Iran abzufangen. In Tel Aviv, umliegenden Gebieten und zentralen Teilen des von Israel besetzten Westjordanlands heulten Sirenen. Rettungsdienste erklären, es gebe keine Berichte über Einschläge oder Opfer.
05:06 Uhr – Neues Trump-Ultimatum bringt kaum Erleichterung für asiatische Börsen
Die anhaltende Eskalation im Nahost-Krieg hat die asiatischen Börsen fest im Griff. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 53.446,35 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix 0,3 Prozent höher bei 3.652,88 Zählern notierte. Die chinesischen Börsen zeigten sich widerstandsfähiger: Die Börse Shanghai gewann 0,3 Prozent auf 3.899,12 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,4 Prozent auf 4.495,52 Punkte.
04:15 Uhr – Pistorius bestätigt Umleitung von Waffen in Nahen Osten nicht
Verteidigungsminister Pistorius äußert sich vorsichtig zu Berichten über eine Umleitung von US-Waffen aus der geplanten Ukraine-Hilfe in den Nahen Osten. Für die deutsche Beteiligung an dem sogenannten Purl-Programm könne er das nicht bestätigen, sagt der SPD-Politiker bei einem Besuch in einem australischen Werk des deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall nahe Brisbane. Über Purl finanzieren europäische Nato-Staaten und Kanada US-Rüstungsgüter für die Ukraine, weil die USA ihre finanzielle Unterstützung drastisch heruntergefahren haben.
Die „Washington Post“ hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre.
03:50 Uhr – Israel greift Ziele in Teheran an
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert. Bei den „großangelegten“ Angriffen sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im Herzen Teherans“ anvisiert worden, erklärt die israelische Armee.
03:03 Uhr – Thailändisches Frachtschiff läuft vor iranischer Insel auf Grund
Ein unter thailändischer Flagge fahrendes Frachtschiff ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim vor der Insel Keschm auf Grund gelaufen. Die „Mayuree Naree“ war Anfang des Monats in der Straße von Hormus bereits von unbekannten Geschossen getroffen worden. Thailändischen Angaben zufolge hatte die omanische Marine 20 Besatzungsmitglieder gerettet, nachdem eine Explosion im Heck des Frachters ein Feuer im Maschinenraum ausgelöst hatte.
dpa/AFP/rtr/ll/sebe/
Source: welt.de