Rot-Grün in Hamburg bleibt vorn – daher vor allem die SPD muss Federn lassen

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Landesregierung aus SPD und Grünen ein Jahr nach der Bürgerschaftswahl zwar einen überwiegenden Rückhalt in der Bevölkerung hat, aber auf niedrigerem Niveau. Den größten Zuwachs verzeichnet die AfD.

Hamburg wird auch gut ein Jahr nach der Bürgerschaftswahl weiter von Rot-Grün regiert – und daran würde sich nach dem Willen der Wähler derzeit nichts ändern. Wäre am kommenden Sonntag Bürgerschaftswahl, kämen SPD und Grüne zusammen auf 50 Prozent. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR.

Die SPD bleibt demnach mit 30 Prozent klar stärkste Kraft, müsste im Vergleich zur Wahl im März vergangenen Jahres allerdings Einbußen von 3,5 Prozentpunkten hinnehmen. Die Grünen könnten ihr Ergebnis dagegen leicht verbessern und kämen auf 20 Prozent – 1,5 Punkte mehr als bei der Bürgerschaftswahl. Damit lägen sie gleichauf mit der CDU, die ihr Niveau von knapp 20 Prozent stabil halten würde.

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Die Linke käme laut Umfrage auf zwölf Prozent und würde ihr Ergebnis aus dem Vorjahr in etwa bestätigen. Die AfD könnte deutlich zulegen: Mit zehn Prozent läge sie 2,5 Punkte über ihrem Ergebnis von 2025. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf acht Prozent.

Unverändert hoch ist die Zustimmung zur rot-grünen Koalition als solcher – spürbar gesunken ist jedoch die Zufriedenheit mit der Arbeit des Senats. 52 Prozent der Befragten äußerten sich zufrieden, das sind neun Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig ist der Anteil der Unzufriedenen auf 42 Prozent gestiegen. Während Anhänger von SPD und Grünen dem Senat weiterhin mehrheitlich eine positive Bilanz ausstellen, kommt die Kritik vor allem aus den Reihen von CDU und AfD. Die Wählerschaft der Linken zeigt sich gespalten.

Schlechtere wirtschaftliche Lage

Auch der Blick auf die wirtschaftliche Lage fällt verhaltener aus als noch vor der Bürgerschaftswahl. Zwar bewerten weiterhin 51 Prozent der Wahlberechtigten die wirtschaftliche Situation in Hamburg positiv, doch das sind deutlich weniger als im Frühjahr 2025, als noch 59 Prozent zuversichtlich waren. 44 Prozent sehen die Lage inzwischen negativ.

Tendenziell optimistischer ist der Blick bei den Anhängerinnen und Anhängern der Senatsparteien sowie der Linken. In der CDU halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage, im AfD-Lager überwiegt die Skepsis deutlich.

Abgefragt wurde auch die Einstellung zu einer Olympia-Bewerbung Hamburgs – hier waren die Skeptiker vorn, 50 Prozent der Befragten finden eine Bewerbung der Hansestadt eher schlecht. 41 Prozent sagten, sie fänden eine Kandidatur eher gut. Neun Prozent hatten keine Meinung oder waren noch unentschlossen.

jlau

Source: welt.de

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