Beim schwäbischen Schokoladenhersteller Ritter Sport soll etwa jede zehnte Stelle gestrichen werden. Ein Sprecher des Familienunternehmens teilte auf Anfrage mit, dies sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Zuvor hatte die Lebensmittelzeitung berichtet.
Grund für das Streichen von 70 Stellen in der Verwaltung seien stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.
Der Abbau soll dem Sprecher zufolge sozialverträglich erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden. Für Ritter Sport arbeiteten zuletzt rund 1.900 Menschen weltweit. Im schwäbischen Waldenbuch waren es rund 1.000, davon etwa 600 in der Verwaltung.
Schokolade nach besserer Ernte wieder günstiger
In den vergangenen Jahren ist Schokolade deutlich teurer geworden. Ursache waren befürchtete Ernteausfälle in Westafrika infolge von Pflanzenkrankheiten und Extremwetter. Eine Tafel Schokolade war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März im Schnitt 71 Prozent teurer als 2020.
Zuletzt sind Rohkakaopreise an den Börsen wieder stark gefallen. Grund ist eine bessere Ernte. Verschiedene Hersteller haben daraufhin ihre Preise gesenkt.