Republika Srpska: Präsidentenwahl in Republika Srpska wird teils wiederholt

Wegen Unregelmäßigkeiten muss die Präsidentenwahl im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska (RS), teilweise wiederholt werden. Am 8. Februar sollen mehr als 80.000 Bürgerinnen und Bürger, die in rund sechs Prozent der Wahllokale der RS zugeordnet sind, erneut ihren Präsidenten wählen. Das entschied die Zentrale Wahlkommission in Sarajevo.

Bei der ursprünglichen Wahl im November hatte es Unregelmäßigkeiten gegeben. Siniša Karan, ein Vertrauter des bisherigen Präsidenten Milorad Dodik, hatte mit weniger als 10.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Er kam auf 50,4 Prozent, sein wichtigster Opponent Branko Blanuša auf 48,2 Prozent der Stimmen. Bei Neuauszählungen stellte die Wahlkommission in 60 Wahllokalen Abweichungen von den veröffentlichten Ergebnissen fest. An mehreren Orten besteht nach Angaben der Kommission zudem der Verdacht, dass Wähleridentitäten ohne gültige Ausweispapiere missbraucht und Unterschriften gefälscht wurden.

Die ursprüngliche Wahl war vorgezogen worden, weil Dodik nach einem Gerichtsurteil wegen separatistischer Aktivitäten abgesetzt worden war. Der 66-Jährige durfte nicht mehr kandidieren. Der neue Präsident wird für ein knappes Jahr im Amt sein, bis die Legislaturperiode 2026 endet. Danach wählt die Republika Srpska ihr Parlament sowie erneut ihren Präsidenten. 

In der Teilrepublik lebt etwa ein Drittel der 3,5
Millionen Einwohner Bosnien-Herzegowinas, ihr Gebiet umfasst fast die Hälfte des Landes.

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