Rekorde zum Besten von Samsung und SK Hynix: Keine Entspannung dieser Chippreise in Sicht

Die angespannte Lage am Markt für Speicherchips droht in absehbarer Zeit viele Elektronikgeräte vom Smartphone über den Fernseher bis zur Spielekonsole teurer zu machen. Zwei der größten Hersteller solcher Speicher, die beiden koreanischen Konzerne Samsung Electronics und SK Hynix, gaben am Donnerstag keine Entwarnung.

Sie rechnen im laufenden Jahr mit weiter steigenden Preisen für diese Chips. Beide wollen sich weiter auf das derzeit sehr viel lukrativere Geschäft mit Halbleitern für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) konzentrieren. Dieser Wandel der Produktion weg von einfacheren Chips hin zu den leistungsfähigsten Modellen gilt als Hauptgrund für die steigenden Preise für erstere.

Während einer Telefonkonferenz zu ihren Jahreszahlen teilten Manager von Samsung Electronics mit, dass sie im Februar mit der Massenproduktion und Lieferung der fortschrittlichsten Breitbandspeicherchips HBM4 beginnen würden. Solche Chips werden vor allem für KI-Beschleuniger und KI-Rechenzentren benötigt. Die Märkte erwarten mit Spannung, für welchen Zulieferer sich der KI-Pionier Nvidia bei diesen Produkten entscheiden wird. Jaejun Kim, der Leiter dieses Geschäftsbereichs von Samsung, sagte am Donnerstag: „Beim Thema HBM4 sind trotz steigender Leistungserwartungen großer Kunden die Bewertungen reibungslos verlaufen, seit wir im vergangenen Jahr Muster ohne Neugestaltung geliefert haben.“

„Keine Kapazität für kleinere Marken“

Wie hart der Wettbewerb in dem Markt ist, zeigen Äußerungen, mit denen die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ einen nicht namentlich genannten Manager eines der großen Chiphersteller zitiert: „Wenn die Nachfrage von Entwicklern von KI-Chips – Unternehmen wie Nvidia und seine Wettbewerber – bereits um ein Mehrfaches größer ist als die aller anderen, haben führende Speicherhersteller schlicht nicht die Kapazität, sich auf Kunden kleinerer Marken zu konzentrieren“, soll dieser gesagt haben. „Das gilt besonders für jene Kunden, die in den vergangenen Jahren bei schwachen Endmärkten brutal die Preise gedrückt und Bestellungen gekürzt haben. Es ist eine harte Realität, aber in einer angespannten Lage zählen die Beziehungen zu den Speicherlieferanten.“

In seiner zweiten großen Geschäftssparte, die die Handys, Tablets und andere Elektronikgeräte herstellt, spürt Samsung die gestiegenen Preise für Chips und andere wichtige Bauteile selbst. Die Mobilfunksparte verzeichnete im Schlussquartal einen rückläufigen Gewinn. Im Geschäft mit Haushaltsgeräten verbuchte Samsung sogar einen Verlust, was das Unternehmen allerdings vor allem mit den Unklarheiten rund um die amerikanischen Zölle begründete. 2026 dürfte wegen der steigenden Kosten ein herausforderndes Jahr werden, sagte Seong Choe, der Leiter der Mobilfunksparte, während der Investoren-Telefonkonferenz.

An der straffen Marktlage für Speicher verdient Samsung indes blendend. In der Geschäftssparte für die Speicherchips verzeichnete der Konzern im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn von 24,9 Billionen Won (14,6 Milliarden Euro), nach 15,1 Billionen Won im Jahr 2024.  Hielten sich das Halbleitergeschäft und die Produktion von Smartphones und anderen Geräten normalerweise etwa die Waage, so steuerte die Chipsparte im vergangenen Jahr doppelt so viel zu den Konzerngewinnen bei. Der gesamte Jahresgewinn stieg auf 43,6 Billionen Won (25,5 Milliarden Euro).

Quartalsgewinn verdoppelt

Erstmals in der Geschichte der beiden koreanischen Chiprivalen konnte die Nummer zwei, SK Hynix, im vergangenen Jahr aber sogar einen noch größeren Jahresgewinn als Samsung vermelden. Laut den ebenfalls am Donnerstag präsentierten Zahlen verdiente SK Hynix unterm Strich 47,2 (27,6 Milliarden Euro) Billionen Won. Allein im Schlussquartal konnte der Konzern seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr verdoppeln. Die Koreaner profitieren davon, dass sie der führende Lieferant von Speichermodulen mit hoher Bandbreite (HBM) unter anderem für Nvidia und andere KI- und Cloudanbieter sind.

Laut einem südkoreanischen Medienbericht ist SK Hynix inzwischen auch exklusiver Lieferant solcher Module für den KI-Beschleuniger Maia 200 von Microsoft. Getragen von dieser engen Bindung an die amerikanischen Techriesen, erwägt SK Hynix einen Börsengang in den Vereinigten Staaten, wie das Unternehmen am Donnerstag bekräftigte. Gefallen sei die Entscheidung aber noch nicht.

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