Söder hat gut reden. Jedwede Zusammenarbeit mit der in Teilen gesichert rechtsextremen AfD auszuschließen, ist in Bayern wohlfeil. Denn dass auf absehbare Zeit eine Regierung gegen seine CSU gebildet werden könnte, ist derzeit in der Innenpolitik in Deutschland das einzige Undenkbare.
In nahezu allen anderen Ländern steht es um die Machtoptionen der Schwesterpartei CDU alles andere als gut. Sollte die SPD im Bund mit der Strategie Erfolg haben, sich als soziales Gewissen der Nation aufzuspielen und CDU und CSU durch Verweigerung substanzieller Reformen vor sich herzutreiben, dürfte die Union wenig Chancen haben, nach den zehn Landtagswahlen des kommenden und des übernächsten Jahres Zweierkoalitionen unter ihrer Führung bilden zu können.
Wahrscheinlicher wären im Westen Dreierbündnisse unter Beteiligung der Grünen, vorausgesetzt, die SPD ließe die Chance ungenutzt, mithilfe einer erstarkten Linkspartei eine rot-grün-rote Mehrheit gegen CDU und AfD zu bilden.
In den Flächenländern im Osten bahnt sich eine Zerreißprobe an. Entweder dient sich die CDU der AfD als Juniorpartner an, um eine Linksfront zu verhindern, oder sie lässt sich auf eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit einer in Teilen linksradikalen Linkspartei ein, um die AfD von der Macht fernzuhalten. Unvereinbarkeitsbeschluss hier, Brandmauer da – die „Einfach-mal-machen“-CDU dürfte vor den schwierigsten Jahren ihrer Geschichte stehen.
Source: faz.net