Rechte Terrorgruppe vor Gericht15-Jähriger soll Drahtzieher gewesen sein
26.02.2026, 00:25 Uhr
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Reporter von „Stern“ und RTL decken die mörderischen Anschlagspläne einer rechtsterroristischen Jugendbande auf. In der kommenden Woche startet in Hamburg der Prozess gegen acht Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“. Der Rädelsführer soll gerade einmal 15 Jahre alt sein.
Kurz vor dem Gerichtsprozess gegen Mitglieder der mutmaßlichen rechten Jugendterrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ (LVW) rückt die Rolle eines im Tatzeitraum 15-Jährigen in den Fokus. Wie der „Stern“ berichtet, soll die Gruppe Anschläge und Pläne deutlich gezielter vorbereitet haben als bisher bekannt. Zudem soll es seit der Gründung der LVW ein Ziel der Gruppe gewesen sein, Menschen zu töten. Dies schreibe der Generalbundesanwalt vor allem einem Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern zu, den er als einen der Rädelsführer angeklagt hat, schreibt das Magazin.
Laut Ermittlern soll der Teenager nicht nur am 17. April 2024 auf WhatsApp eine Chatgruppe mit dem Namen „LVW-Generalchat“ gegründet, sondern dort auch als Strippenzieher agiert haben, der wiederholt Straftaten einforderte, heißt es in dem Bericht. So habe er nur wenige Tage nach Gründung der Chatgruppe geschrieben, es sei Ziel der LVW, Anschläge zu begehen und Ausländer zu töten. Zudem soll er die LVW in einer Nachricht selbst als „Terroreinheit“ bezeichnet haben. Und mutmaßliche Brandstiftungen wie im brandenburgischen Altdöbern nicht nur abgesegnet, sondern solche Taten mehrfach regelrecht eingefordert haben.
In der Nacht auf den 23. Oktober 2024 brannte in Altdöbern ein Kulturzentrum aus. Sachschaden: rund eine halbe Million Euro. Nach Ansicht der Ermittler wurden vier Menschen, die nebenan schliefen, nur durch einen Zufall nicht getötet oder verletzt. Der Generalbundesanwalt wertet den Brand laut Anklage als versuchten Mord – und als Teil einer geplanten rechtsextremen Terrorserie. Der Anwalt des Jugendlichen antwortete auf konkrete Fragen des „Stern“ zu den Vorwürfen, dass er sich derzeit „noch nicht“ äußern wolle.
Gewalt gegen Ausländer und Gegner
Ab kommender Woche stehen acht Jugendliche beziehungsweise junge Männer im Alter zwischen 15 und 22 Jahren vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Zudem einigen von ihnen versuchten Mord, Verabredung zum Mord und weitere Verbrechen. Die Gruppe soll versucht haben, durch Gewalt gegen Ausländer und politische Gegner den Zusammenbruch der Demokratie herbeizuführen.
Im vergangenen Jahr hatte ein Reporterteam von „Stern“ und RTL Anschläge und Anschlagspläne der „Letzten Verteidigungswelle“ aufgedeckt. Kurz darauf zog der Generalbundesanwalt die Ermittlungen an sich.
Source: n-tv.de