Am Wochenende ist in der Welt ein
Kommentar des „Global-Reporters“ der Zeitung, Marc Felix Serrao,
erschienen. Serraos These: Nicht Donald Trump bedrohe Europa, sondern der
„Linksliberalismus“. Er zerstöre „Tradition, Familie und
Nation“ und habe „Freiheit in Haltlosigkeit“ verwandelt.
Die Erzählung vom heimatlos den Kräften des
Marktes überlassenen Individuum ist eine etablierte antimoderne Denkfigur, die
schon Karl Marx und Friedrich Engels im kommunistischen Manifest bemühen. Darin
heißt es bekanntlich, dass durch den Kapitalismus „alles Ständische und
Stehende verdampft“ und „alles Heilige entweiht“ werde.
Interessant daran ist, wie sehr diese Denkfigur auch in Deutschland zum
Leitbild der rechtskonservativen und rechtsextremen Gesellschaftskritik zu
werden scheint.