Die von
US-Präsident Donald Trump veranlasste Gefangennahme des venezolanischen
Präsidenten Nicolás Maduro findet bei Republikanern in den USA breite Zustimmung.
Politische Beobachter warnen jedoch, die Unterstützung könne schwinden, sollte
sich die Operation wie frühere
Militärinterventionen im Ausland in die Länge ziehen. Die Einschätzungen beruhen auf Interviews der Nachrichtenagentur Reuters und
Stellungnahmen vom Wochenende.
Zwar gibt es auch
im Lager der Trump-Anhänger einige Kritiker, die den Militärschlag als Verrat an dem Wahlversprechen empfinden, sich aus ausländischen Konflikten künftig stärker
herauszuhalten. Die meisten republikanischen Verbündeten Trumps sowie einflussreiche Konservative stellen sich aber hinter den Präsidenten.
Konservative sprechen von Diktatur und Ölvorteilen
Steve Bannon, ein
ehemaliger Trump-Berater und Wortführer der konservativen Maga-Bewegung, etwa bezeichnete
die Aktion in seinem Podcast in den Stunden nach Maduros Festnahme als „kühn und brillant“. Seine Äußerungen decken
sich mit dem Ton, den viele in der Trump-Anhängerschaft derzeit anschlagen.
Nach den Worten
der Trump-Regierung stellt die Operation vor allem eine Strafverfolgungsmaßnahme gegen Maduro dar, gegen den in den USA eine
Anklage wegen Drogendelikten vorliegt. Am Montagabend soll er in New York vor
Gericht erscheinen.
Einige Unterstützer wie die rechte Maga-Aktivistin Laura Loomer argumentierten zudem in Onlinemedien, die USA müssten die riesigen Ölreserven Venezuelas sichern, bevor diese in die Hände von Gegnern wie dem Iran, China oder Russland
fielen. Die Republikanerin Nikki Haley, die Trump bei den Vorwahlen 2024
unterlegen war, nannte Maduro in einem Post auf X einen „brutalen
sozialistischen Diktator“ und verkündete, das venezolanische Volk „verdiene
Freiheit“.
„Es ist das Drehbuch, das wir so satthaben“
Kritik kam von
den Demokraten, aber auch
von prominenten Trump-Unterstützern. Die
republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine langjährige Trump-Anhängerin, die sich mit Trump überworfen hat, nannte die Aktion dagegen eine Abkehr von Trumps America-First-Politik. „Dies ist dasselbe Washingtoner Drehbuch, das wir so
satthaben und das dem amerikanischen Volk nicht dient“,
sagte sie am Sonntag im Sender NBC. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, warnte, Trump
riskiere, die USA „in einen weiteren kostspieligen ausländischen Krieg“ zu ziehen.
Politikexperten
zufolge stimmt die Trump-Basis der Aktion derzeit vor allem zu, weil sie als
schneller und risikoarmer Erfolg wahrgenommen wird. Sollte die Intervention
jedoch scheitern oder sich zu einem langwierigen Einsatz entwickeln,
könnte sie für Trump und die
Republikaner bei den bevorstehenden Zwischenwahlen im November
zu einer Belastung werden.
Einige Beobachter sehen in dem Vorgehen eine Bestandsprobe für die
Maga-Bewegung: Nun zeige sich, ob das Maga-Lager einer festen Ideologie folgt
oder sich schlicht nach Trump richte. Die Zustimmungswerte des US-Präsidenten sind in den vergangenen Wochen gesunken.