Raumfahrtunternehmen: SpaceX startet Countdown zum Besten von den Börsengang

Der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX rückt näher. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen hat jetzt nach übereinstimmenden Medienberichten seine Unterlagen für einen Börsengang bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC eingereicht. Dies geschah in vertraulicher Form, die Dokumente sind also für die Öffentlichkeit noch nicht einsehbar. Mit diesem Schritt beginnt nun ein Countdown, und ein Börsengang im Juni scheint realistisch.

SpaceX würde nach dem Elektroautohersteller Tesla zum zweiten Unternehmen aus Musks Imperium an der Börse. Es dürfte ein Börsengang der Superlative werden. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will der Raumfahrtspezialist im Rahmen des Börsengangs bis zu 75 Milliarden Dollar einsammeln, weit mehr als ein anderes Unternehmen jemals zuvor. Der bisherige Rekordhalter ist der saudische Ölkonzern Saudi Aramco, dessen Börsengang 2019 rund 29 Milliarden Dollar einbrachte.

Angeblich peilt SpaceX eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an und würde damit aus dem Stand zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen in den USA gehören. SpaceX wäre damit auch wertvoller als Tesla, der Autohersteller kommt derzeit auf rund 1,2 Billionen Dollar.

Der Börsengang dürfte Musk wohl offiziell zum Billionär machen. Nach Angaben von „Forbes“ hält er einen Anteil von 43 Prozent an SpaceX. Im Moment beziffert die Zeitschrift sein Vermögen auf knapp 825 Milliarden Dollar. Er ist damit schon heute mit weitem Abstand der reichste Mensch der Welt. Bloomberg zufolge erwägt das Unternehmen auch eine Struktur mit zwei Kategorien von Aktien, die jeweils mit unterschiedlichen Stimmrechten verbunden sind. Dies könnte Musks Anteilen ein noch größeres Gewicht verschaffen.

Warten auf Einblicke in das Geschäft

Börsenregeln in den USA geben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Börsendokumente zunächst einmal vertraulich einzureichen. Sie können dann in Absprache mit Regulierern noch Veränderungen vornehmen. Spätestens 15 Tage bevor die Unternehmen ihre Roadshow zum Werben um Investoren beginnen, müssen die Informationen publik gemacht werden.

Auf den Börsenprospekt wird mit Spannung gewartet, da er detaillierte Informationen über die Geschäftsentwicklung von SpaceX verspricht. Bislang ist darüber nicht allzu viel bekannt. Musk hat im vergangenen Jahr einmal gesagt, er erwarte für 2025 einen Umsatz von 15,5 Milliarden Dollar. Bloomberg zufolge wird für das laufende Jahr mit einem Anstieg auf bis zu 24 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Prospekt verspricht auch Einblicke, wie wichtig das Geschäft mit der amerikanischen Regierung für SpaceX ist. Schätzungen zufolge hat das Unternehmen von ihr seit seiner Gründung Aufträge im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar erhalten. Musk hat allerdings kürzlich gesagt, die US-Raumfahrtbehörde NASA werde in diesem Jahr nur für rund fünf Prozent des Umsatzes von SpaceX stehen. Der weit überwiegende Teil des Umsatzes werde vom kommerziellen Geschäft der Satellitensparte Starlink kommen.

Starlink stellt mithilfe von Satelliten aus dem Weltall Hochgeschwindigkeitszugänge in das Internet zur Verfügung. Das ist unter anderem für entlegenere Regionen der Welt gedacht, auch im Krieg in der Ukraine haben Starlink-Satelliten eine wichtige Rolle gespielt. SpaceX hat mittlerweile rund 10.000 Satelliten im Weltraum und ist klarer Marktführer, Wettbewerber wie Amazon mit seinem Satellitenprojekt Leo haben noch gewaltigen Rückstand.

Zu den Kunden von Starlink gehören Regierungen, Unternehmen und Privathaushalte, und das Geschäft wächst offenbar rasant. Im Februar teilte SpaceX mit, zehn Millionen Starlink-Abonnenten zu haben, im vergangenen Juni waren es noch sechs Millionen.

Wichtiger Partner der NASA

SpaceX wurde schon 2002 gegründet. Das Unternehmen musste zwar in seinen Anfangsjahren viele Rückschläge hinnehmen, wurde aber im Laufe der Zeit zum Aushängeschild der amerikanischen Raumfahrtindustrie. Es etablierte sich als wichtiger Partner der NASA und absolviert regelmäßig Missionen für sie.

Im Moment entwickelt und testet es die größte und leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut worden ist. Sie heißt Starship, und sie spielt auch eine Rolle im „Artemis“-Programm, mit dem die NASA nach jahrzehntelanger Pause wieder Astronauten zum Mond bringen will. Eine Variante von Starship soll als Landefähre eingesetzt werden.

Bei der Mission „Artemis II“, deren Start für diesen Mittwoch geplant ist, ist allerdings noch keine Landung auf dem Mond vorgesehen. Die peilt die NASA derzeit für 2028 an.

Erst im Februar kündigte SpaceX an, das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen X.AI erworben zu haben, das ebenfalls zu Musks Imperium gehört. X.AI ist ein Wettbewerber des ChatGPT-Entwicklers OpenAI und außerdem Eigentümer der Plattform X. Musk sagte damals, SpaceX übernehme X.AI, „um den ambitioniertesten, vertikal integrierten Innovationsmotor auf (und außerhalb) der Erde zu schaffen“. Als Überlegung hinter der Transaktion führte er auch an, Rechenzentren im Weltall betreiben zu wollen, die für KI-Dienste genutzt werden.

Musk hat in seinem Imperium noch andere Projekte. Darunter sind die Boring Company, die Transportsysteme in Tunneln entwickelt, und Neuralink, ein Unternehmen, das an Schnittstellen zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern arbeitet.

Neben SpaceX werden in naher Zukunft noch einige andere prominente amerikanische Unternehmen an der Börse erwartet, allen voran die beiden KI-Spezialisten Open AI und Anthropic. Open AI hat gerade erst eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen und ist dabei mit mehr als 850 Milliarden Dollar bewertet worden. Anthropic wurde zuletzt mit 380 Milliarden Dollar bewertet.

AktienAllenAmazonAramcoAstronautenBoerseChatGPTDollarElonGehirnIntelligenzInternetKIKriegKrieg in der UkraineKünstliche IntelligenzLeoMondMuskOpenAIProminenteRaketeRaumfahrtindustrieRechenzentrenRegierungSatellitenSpaceXTeslaUkraineUnternehmenUSUSAVermögenWELTWeltraumWillXZeitZukunftZur