Rauer Ton im WahlkampfendspurtHagel nennt Özdemir „rotzfrech“ und „nicht ehrlich“
01.03.2026, 16:14 Uhr
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In genau einer Woche wird in Baden-Württemberg eine neue Landesregierung gewählt. Vom bisher so friedlichen Wahlkampf ist nicht mehr viel übrig. CDU-Kandidat Hagel giftet in einem Interview gegen den Grünen Özdemir.
Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg wird die Auseinandersetzung harscher: CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel wirft seinem grünen Kontrahenten Cem Özdemir Unehrlichkeit vor. „Er verspricht Dinge, die seine eigene Partei niemals mitgehen wird. Das ist nicht ehrlich“, sagte der CDU-Landesvorsitzende der „Welt“. „Nicht ehrlich ist es auch, wenn der grüne Spitzenkandidat nun rotzfrech behauptet, dass die grüne Partei ‚Auto kann‘.“ Dabei sei der Kampf gegen das Auto „geradezu der Gründungsmythos der Grünen“.
Hagel warf Özdemir vor, dass er vor noch nicht langer Zeit mit seinen Grünen das Verbrenner-Aus 2035 in den Koalitionsvertrag der Ampel hineinverhandelt habe. „Jetzt, wo sich zeigt, dass der ‚Kampf gegen das Auto‘ in Wirklichkeit ein Kampf gegen unseren Wohlstand und unsere Arbeitsplätze war, versucht er, die Grünen noch schnell zur Autopartei umzuetikettieren.“ Gefragt danach, dass Özdemir sich an ihm und seiner Partei stark abarbeite, sagte Hagel, diese „aggressiven Angriffe des grünen Kandidaten“ stärkten die Ränder.
Das Wort „rotzfrech“ fällt nicht zum ersten Mal in diesem Wahlkampf. Özdemir hatte auf dem Grünen-Parteitag Mitte Dezember mit Blick auf die Schuldenpolitik im Bund gesagt, nach der Bundestagswahl habe die Union „der Bevölkerung rotzfrech ins Gesicht gelogen“.
In Baden-Württemberg wird am kommenden Sonntag, den 8. März, ein neuer Landtag gewählt. Hagel und Özdemir konkurrieren um das Ministerpräsidentenamt. In Umfragen liegt die CDU vorne, die Grünen haben aber stark aufgeholt.
Source: n-tv.de