Proteste im Iran: Ajatollah Chamenei rückt Demonstranten in Nähe dieser USA

Ayatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran, wirft den Demonstranten im Land ​vor, den USA gefallen zu ‌wollen. „Es gibt einige Unruhestifter“, die ⁠öffentliches Eigentum zerstörten, um dem US-Präsidenten einen Gefallen tun
wollten, sagt er in einer Rede zur Nation.

Chamenei forderte die Iraner auf, ihre Einheit zu wahren. US-Präsident ⁠Donald Trump hielt er an, sich auf die Probleme in seinem
eigenen Land zu konzentrieren. Trump hatte Irans Führung gedroht einzuschreiten, sollte sie Demonstranten töten.

Tote gibt es wohl schon

Unterdessen mehren sich Berichte über Tote. Sicherheitskräfte sollen am Donnerstag auf Demonstrierende geschossen haben. Unverifizierte Videos in sozialen
Netzwerken zeigen blutüberströmte Menschen nach einer Kundgebung in einem Vorort nahe der Hauptstadt
Teheran. 

Die Human Rights Activists News Agency (HRANA) geht von mindestens 42 Menschen aus, die im Zuge der Proteste getötet worden seien. Rund 2.300 Menschen seien festgenommen worden. 

Am Freitagmorgen berichtete das Staatsfernsehen
erstmals über die Proteste. In dem Bericht war von „terroristischen
Agenten“ der USA und Israels die Rede, die Brände gelegt und Gewalt
ausgelöst hätten. Der staatliche Rundfunk sprach in einem Bericht von
Demonstrationen, die „von terroristischen Elementen unterwandert“ worden
seien. Demonstranten hätten „private Autos der Bevölkerung, Motorräder,
öffentliche Einrichtungen wie die U-Bahn sowie Feuerwehrfahrzeuge und
Busse in Brand gesetzt“, hieß es. Demnach kamen am Donnerstag mehrere Menschen ums Leben, eine Zahl wurde nicht genannt. 

Flüge gestrichen, Internet gekappt

Viele angesetzte Flüge in den
Iran wurden aufgrund der Proteste gestrichen. Betroffen sind ‍mindestens sechs Verbindungen zwischen Dubai und ​iranischen Städten wie Teheran,
Schiras und Maschhad. Die Regierung unterbrach Telefon- und
Internetverbindungen. 

Im Iran protestieren Menschen landesweit gegen die Staatsführung. Die Demonstrationen unter anderem gegen die gescheiterte Wirtschaftspolitik hatten Ende Dezember auf dem Großen Basar von Teheran begonnen. Sie hatten sich ausgebreitet auf Universitäten und andere Städte.

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