Primetime-Propaganda: Donald Trumps Versuch, den Iran-Krieg kleinzureden

Donald Trumps jüngste Rede zum Iran-Konflikt lässt eine klare Exit-Strategie vermissen. Stattdessen setzt der Präsident auf großspurige Rhetorik, historische Zahlenspiele und die riskante Behauptung eines schnellen, schmerzlosen Sieges.


Donald Trumps Ansprache zur Nation: Sinn und Zweck der Rede waren schwer auszumachen

Foto: Adam Gray/ Getty Images


Wer auf Ansätze einer Exit-Strategie gewartet hatte oder auf eine Klarstellung von Aussagen in Washington zu Donald Trumps Frustrationen über die NATO, tat das vergebens. Die 19-minütige Rede war nicht ganz eine Neuauflage von George W. Bushs berüchtigter „Mission Accomplished“-Behauptung vom 1. Mai 2003 über das „Ende der größeren Kampfhandlungen“ im Krieg gegen den Irak, der inklusive einer achtjährigen Besatzungszeit ziemlich zermürbend und opferreich sein sollte. Doch es war Donald Trump vor dem US-Fernsehpublikum, wie man ihn kennt. Großsprecherisch, drohend, auf Details verzichtend. Eine Sammlung von Zitaten seiner Truth-Social-Website und von Statements der vergangenen Wochen.

Keine Vergleiche aufkommen lassen

Sinn und Zweck der Rede waren schwer auszumachen. Die US-Streitkräfte hätten auf dem Schlachtfeld überwältigende Siege erkämpft, verkündete der Präsident. Nie in der Geschichte der Kriegsführung habe ein Feind so „klare und verheerende Großverluste“ binnen weniger Wochen hinnehmen müssen. Donald Trump kommt nicht zurande mit dem Umstand, dass die Regierung von Iran trotzdem nicht in die Knie gegangen ist.

Präsidentenansprachen zur Primetime richten sich per Definition an das amerikanische Volk. Dessen Begeisterung für diesen Krieg hält sich stark in Grenzen. Man konnte sehen und hören, dass Team Trump doch etwas Sorgen hat, wie der Feldzug zu Hause ankommt. Es sollen bloß keine Vergleiche aufkommen zu langen Kriegen der Vergangenheit.

Man müsse „diesen Konflikt im richtigen Verhältnis sehen“, so Trump. Er sieht sich offenbar als großen Feldherrn. Der Vietnamkrieg habe mehr als 19 Jahre gedauert, der im Irak mehr als acht. Und der Zweite Weltkrieg drei Jahre, acht Monate und 25 Tage. Man kämpfe im Iran erst seit 32 Tagen „gegen eines der mächtigsten Länder der Welt“ und habe erreicht, dass Iran „im Grunde keine Bedrohung mehr ist“.

Allerdings: „Wir werden in den nächsten zwei, drei Wochen sehr hart zuschlagen.“ Was das Endziel ist im Iran, wurde nicht klarer als bei vorangegangenen Statements. Trump wollte die Leute zu Hause vertrösten, dass der Krieg nicht wehtun würde.

Seitenhiebe auf die Verbündeten

Der Anstieg der Benzinpreise sei kurzzeitig, und das Resultat der „verrückten Angriffe“ des Irans auf Öltanker und Nachbarländer. Unter seiner Führung seien die USA mit der „stärksten Wirtschaft der Geschichte“ bestens vorbereitet.

Seitenhiebe auf die Verbündeten gab es bei Trumps Kommentar zur Straße von Hormus. Sie sollten mehr amerikanisches Öl kaufen und Mut aufbringen, den Schiffsverkehrsweg „einfach nehmen, schützen und ihn für sich selbst nutzen“. Das sollte leicht sein. Und darüber hinaus würde sich die Straße natürlich öffnen, wenn der Konflikt vorbei ist. Nicht zu vergessen: Was Trump am Mittwochabend gesagt hat, könnte heute oder morgen schon wieder hinfällig sein. Was mit den Marineinfanteristen passieren soll, die angeblich in die Region geschickt worden sind? Wer weiß….

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