Preisentwicklung: Schokoladenosterhasen kosten solange bis zu 44 Prozent mehr qua 2024

Verbraucher sehen sich derzeit im Einzelhandel mit widersprüchlichen Preisentwicklungen bei Schokolade konfrontiert. Während einige Schokoladenprodukte in den vergangenen Monaten günstiger geworden sind, sind die Preise für Osterhasen deutlich gestiegen. Eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa ergab, dass Produkte großer Markenhersteller wie Lindt, Milka, Kinder und Ferrero je nach Größe und Marke zwischen sieben und 29 Prozent teurer sind als vor einem Jahr. Sonderangebote und Eigenmarken wurden nicht berücksichtigt.

Besonders deutlich fällt der Preisanstieg bei einzelnen Markenprodukten aus. So kostet etwa ein 100-Gramm-Osterhase von Lindt rund 70 Cent mehr als im März 2025, kleinere Varianten verteuerten sich ebenfalls zweistellig. Auch bei Milka-Produkten wurden Aufschläge registriert. Insgesamt liegen die Preise für Markenschokoladen bis zu 44 Prozent über dem Niveau von 2024. Als Grund für die Entwicklung verweisen Hersteller und Branchenvertreter auf verzögerte Effekte bei den Rohstoffkosten.

Kakaopreise auf Vorkrisenniveau von 2023

Zwar sind die Kakaopreise an den internationalen Märkten wieder gesunken, unter anderem aufgrund besserer Ernten in Westafrika. Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte
Tagespreis zum Beispiel lag in der vierten Märzwoche bei etwa 2.800 Euro pro Tonne – also etwa auf Vorkrisenniveau von 2023. Dennoch wirken sich nach Angaben der Hersteller frühere, deutlich höhere Einkaufspreise weiterhin auf die Produktionskosten aus. Unternehmen wie Lindt & Sprüngli wiesen zudem darauf hin, dass auch andere Kostenfaktoren wie Nüsse, Verpackung und Logistik hoch bleiben. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien „sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen“ nötig.

Schokolade 70 Prozent teurer

In den vergangenen Jahren hat sich Schokolade erheblich verteuert. Hintergrund sind unter anderem Ernteausfälle und extreme Wetterbedingungen in wichtigen Anbauregionen, die die Kakaopreise 2024 zeitweise stark ansteigen ließen. Diese Entwicklung wurde in den vergangenen Jahren an die Verbraucher weitergegeben. Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im Januar 2026 70 Prozent teurer als 2020, Riegel und andere Schokoladenerzeugnisse 75 Prozent.

Die gestiegenen Preise zeigen inzwischen Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Nach Angaben von Marktforschern wurden zuletzt weniger Schokoladenprodukte verkauft, während der Anteil von Käufen im Sonderangebot deutlich gestiegen ist. Insbesondere saisonale Ware wie Oster- oder Weihnachtsschokolade verzeichnete rückläufige Absätze. Händler setzen daher verstärkt auf Rabattaktionen, um Kunden in die Geschäfte zu locken, und nehmen dabei geringere Margen in Kauf.

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