Hamburg
ist ein Geisteszustand. Regen, Backstein, Barmbek. Sechs Grad im November. Der
schnarrende Dialekt, die schlechte Laune, die strategische Langsamkeit, im
Denken wie im Handeln. Melancholie und Misanthropie sind hier manchmal nur
schwer zu unterscheiden. Einsamkeit ist das Ergebnis.
Hier
lebt Prange, Ralf Prange, Ralfi, wie seine Schwester ihn nennt, die einzige
Frau in seinem Leben. Er ist bockig, bärtig und allein. Arbeiten muss er nicht
mehr, weil er schon Mitte, Ende der Neunziger „in Windkraft gemacht“ hat. Aber
die viele freie Zeit ist auch ein Problem. Prange hat einen Papagei, der
genauso menschenmüde ist wie er. „Das wird nix“ ist Pranges Lebensmotto.