Wladimir Putin war ganz offensichtlich gut gelaunt, als Chinas Präsident Xi Jinping ihm Anfang des Monats auf einer Militärparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in China eine große internationale Bühne bot. Russlands Präsident ist wegen seines tödlichen Feldzugs gegen die Ukraine vom Westen so gut wie isoliert. Doch auf der Tribüne in Peking konnte er unter (mehrheitlich autokratischen) Staats- und Regierungschefs zeigen, dass er nicht allein ist. Kurz zuvor hatte er einen weiteren Erfolg für sich verbucht, der mit den Bildern von Xis martialisch-pompöser Waffenshow etwas unterging: Offenbar hat China sich bereit erklärt, mit Russland eine zweite, große Pipeline zu planen, die Gas aus den gigantischen Reserven der Jamal-Halbinsel Westsibiriens bis Nordostchina transportieren soll.