Die Ukraine schränkt nach einem massiven russischen Angriff auf die Energie-Infrastruktur die Stromversorgung im ganzen Land ein. Russland habe Anlagen in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen attackiert, teilt Energieministerin Switlana Hryntschuk auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitspolitik in Europa im Liveticker:
8:12 Uhr – Polen schließt wegen Militäreinsätzen zwei Flughäfen
Polen schließt wegen Militäroperationen die Flughäfen in Radom und Lublin. Das teilt die polnische Flugsicherungsbehörde Pansa mit. Polnische Militärkommandeure erklären, polnische und verbündete Luftstreitkräfte seien wegen des russischen Angriffs auf Ziele in der Ukraine im Einsatz. Radom liegt rund 100 Kilometer südlich von Warschau, Lublin weiter östlich in Richtung Ukraine.
08:00 Uhr – Entwicklungsministerin in Kiew
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan ist zu politischen Gesprächen über weitere deutsche Unterstützung für die Ukraine in Kiew. Die SPD-Politikerin plant, auch über den Zivilschutz in dem Land und Hilfen für die Bevölkerung zu informieren, wie das Ministerium mitteilte.
Alabali Radovan will auch Voraussetzungen für ein stärkeres Engagement deutscher Unternehmen beim Wiederaufbau in der Ukraine schaffen. Deutschland ist unter den wichtigsten Gebern für das von Russland angegriffene Land.
„Der Wiederaufbau der Ukraine ist ohne eine starke Wirtschaft nicht möglich. Deshalb unterstützen wir weiterhin die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Unternehmen“, sagte Alabali Radovan in Kiew. Und: „Der Wiederaufbau bietet aber auch Chancen für die deutsche Wirtschaft.“
07:50 Uhr – Mindestens elf Verletzte bei neuen russischen Angriffen in der Ukraine
Russland hat die Ukraine in der Nacht zu Donnerstag erneut mit heftigen Luftangriffen überzogen. Dabei wurden im Osten der südostukrainischen Stadt Saporischschja nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens elf Menschen verletzt. Unter den Verletzten seien sechs Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, teilte der Leiter der Militärverwaltung in Saporischschja mit, Iwan Fedorow. Infolge der Angriffe wurde dem staatlichen Netzbetreiber Ukrenergo zufolge in weiten Teilen des Landes der Strom abgeschaltet.
Nach Angaben der ukrainischen Energieministerin Switlana Grintschuk galten die Angriffe erneut der Energieinfrastruktur der Ukraine. Sobald es möglich sei, würden „Rettungskräfte, Reparaturteams und Energiespezialisten damit beginnen, die Folgen des Angriffs zu beseitigen, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Schäden zu begutachten“, schrieb sie im Onlinenetzwerk Facebook.
07:30 Uhr – Trump: China arbeitet mit uns an Ukraine-Kriegsende
China und die USA wollen nach Worten von US-Präsident Donald Trump für ein Ende im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenarbeiten. „Wir haben lange darüber gesprochen“, sagte Trump nach dem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im südkoreanischen Busan. „Wir werden beide zusammenarbeiten, um zu sehen, ob wir etwas schaffen“, erklärte er auf dem Rückflug nach Washington.
Aus Peking gab es zunächst keine Äußerungen zu dem Treffen. Laut Trump waren sich beide einig, dass Russland und die Ukraine in einem Kampf festhingen. „Er wird uns helfen“, sagte Trump in Bezug auf Xi. Vorab wurde spekuliert, ob Trump China dazu anhalten könnte, seine Ölimporte aus Russland zu stoppen oder zu reduzieren, die auch Geld in Moskaus Kriegskasse spülen. „Wir haben nicht wirklich über Öl gesprochen“, sagte Trump jedoch. Beide hätten zugleich darüber gesprochen, wie man den Krieg beenden könne.
Donnerstag, 30. Oktober
18:16 Uhr – Pokrowsk ist nicht von russischen Truppen abgeriegelt
Die umkämpfte Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine ist nach Darstellung des ukrainischen Militärs nicht durch russische Truppen abgeriegelt. Die Nachschublinien rund um den wichtigen Logistikknotenpunkt seien nicht unterbrochen, erklärt die Einsatzgruppe Ost. Sie widerspricht damit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der zuvor erklärt hat, Pokrowsk sei von russischen Truppen umzingelt. Die Situation in Pokrowsk sei dynamisch, russische Truppen versuchten, Infanterie in die Stadt zu verlegen, erklärt das ukrainische Militär. Die eigenen Soldaten fügten den russischen Truppen aber „enorme Verluste“ zu.
16:37 Uhr – Menschenrechtler: Tausende ukrainische Zivilisten in russischer Haft
Zehntausende ukrainische Zivilisten sind nach Angaben von Menschenrechtlern in Gefängnissen im besetzten Osten der Ukraine sowie in ganz Russland inhaftiert. „In russischen Gefängnissen werden ukrainische Zivilisten mit Elektroschocks gefoltert, sexuell missbraucht, ukrainische Tattoos werden ausgebrannt und Leichnamen werden Organe entnommen“, erklärte Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), am Mittwoch in Frankfurt.
In Russland würden Regime- und Kriegskritiker für Flugblätter, Social-Media-Posts oder symbolische Proteste kriminalisiert, gefoltert und für Jahre weggesperrt. „Freiheit und Frieden unter Putin wird es weder für die Ukraine noch für Kritiker in Russland geben“, sagte Krüger. Europa müsse daher mit Stärke und Entschiedenheit vorgehen, „denn nur diese Sprache versteht Putin“.
Krüger äußerte sich anlässlich des „Tages der politischen Gefangenen in Russland“ am 30. Oktober. Vor 51 Jahren, am 30. Oktober 1974, begingen Gefangene des sowjetischen Gulag – also sowjetischer Straflager – mit Hungerstreiks und anderen Protestaktionen erstmals den „Tag der politischen Gefangenen in der UdSSR“.
13:00 Uhr – Putin: Haben atomwaffentauglichen Supertorpedo „Poseidon“ getestet
Russland hat nach Angaben von Präsident Putin einen atomwaffentauglichen Supertorpedo vom Typ Poseidon getestet. Dies sei ein großer Erfolg, sagte Putin. Der Test habe am Dienstag stattgefunden. Die Leistung des „Poseidon“-Torpedos übertreffe die der Interkontinentalrakete Sarmat, fügte der Präsident hinzu.
Experten in den USA und Russland haben den „Poseidon“ als eine neue Kategorie von Vergeltungswaffe beschrieben, die in der Lage sei, radioaktive Wellen im Meer auszulösen, die Küstenstädte unbewohnbar machen könnten.
10:40 Uhr – Polens Luftwaffe fängt russischen Aufklärer über Ostsee ab
Kampfjets der polnischen Luftwaffe haben ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-20 sei am Dienstag im internationalen Luftraum ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen, teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte am Mittwoch auf X mit.
10:37 Uhr – USA verringert Militärpräsenz an Nato-Ostflanke
Die USA werden ihre Militärpräsenz im östlichen Europa nach Angaben der Regierung in Bukarest verringern. Die USA hätten Rumänien und andere Verbündete darüber informiert, dass sie einen Teil ihrer Truppen an der Nato-Ostflanke reduzieren würden, teilte das rumänische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. „Die Entscheidung der USA besteht darin, die Rotation einer Brigade in Europa aufzuheben, die Einheiten in mehreren Nato-Ländern hatte.“
Der Außen-Experte Nico Lange sagte bei WELT TV: „Das ist nichts Plötzliches, sondern ist Teil der Strategieentwicklung der Amerikaner. Das ist ja auch ein Grund, warum Deutschland zum Beispiel eine Brigade in Litauen stationiert, warum die Europäer mehr Verantwortung für die Ostflanke übernehmen wollen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir mehr machen müssen in Europa selbst. Die Amerikaner gehen aber nicht ganz, sondern sie ziehen bestimmte Einheiten weg. Und dann diese Fähigkeiten müssen durch die Europäer aufgefangen werden.“
Source: welt.de