Der frühere CEO von Christie’s, Guillaume Cerutti, tritt Berichten von „The Art Newspaper“ und „Glitz“ zufolge von der Position des Präsidenten der Pinault Collection zurück. Eingenommen hat er ihn erst dreizehn Monate zuvor, nach acht erfolgreichen Jahren an der Spitze des Auktionshauses, das sich gleichfalls in Besitz der Artémis-Gruppe des französischen Milliardärs und Kunstsammlers François Pinault befindet. Sie hält überdies eine Mehrheitsbeteiligung am Luxusgüterkonzern Kering.
Pinault übernimmt wieder
Eine offizielle Stellungnahme oder eine Bestätigung der Pinault Collection zu dem Abgang gibt es auch auf Anfrage der F.A.Z. bisher nicht. Cerutti war damit betraut, sämtliche kulturellen Aktivitäten der Holding zu übersehen. Damit einher ging die Präsidentschaft für die mehr als 10.000 Kunstwerke zählende Sammlung Pinaults, die mit der Bourse de Commerce in Paris und dem Palazzo Grassi und der Punta della Dogana in Venedig eigene Museen unterhält. Als Präsident der Kollektion folgte Cerutti ihrem Gründer Pinault nach, der zum Ehrenpräsidenten wurde. Nun soll der 89 Jahre alte Pinault selbst wieder die Präsidentschaft übernommen haben.
Der 1966 an der Côte d’Azur geborene und an der Eliteuniversität École nationale d’administration ausgebildete Cerutti blickt auf eine eindrucksvolle Karriere zurück: Er war Geschäftsführer des Centre Pompidou, Stabschef im französischen Kulturministerium und CEO von Sotheby’s Frankreich, bevor er zur Auktionskonkurrenz wechselte. Das Artémis-Imperium der Pinaults ist längst generationenübergreifend aufgestellt. Neben François Pinault haben sein Sohn François-Henri Pinault und sein Enkel François Louis Nicolas Pinault Schlüsselpositionen.
Cerutti ist nach wie vor Vorsitzender des Vorstands des Auktionshauses Christie’s sowie des Fußballclubs Stade Rennais, der gleichfalls der Artémis-Holding gehört.
Source: faz.net