Pilze zusammenschließen: Das riecht nachdem Zoff

Die Romantiker besangen die „Waldeinsamkeit“, weil man dort im Wald, fern von dem, was man heute in der Schweiz den „Dichte-Stress“ nennt, die Händel der Welt hinter sich lässt: Unter Buchen und Eichen kann man sein Aggressionspotenzial regulieren, denn alle Zwietracht, das lehrte schon Rousseau, kommt erst mit der Zivilisation. So ist auch heute kaum eine friedfertigere Tätigkeit vorstellbar, als in die Pilze zu gehen: Das ganze System fährt runter, die Wahrnehmungsfähigkeit hingegen hoch. Allein mit sich im Wald kommt man sich laut vor, wenn man auch nur auf ein Stückchen morsches Holz tritt. Und umgekehrt denkt man, eine Wildsau sei im Anmarsch, dabei ist nur ein Eichhörnchen vom Baum ins Unterholz gesprungen. Wie ein Zen-Mönch atmet der Pilzesammler die Waldluft tief ein – und wenn der Boden schön herbstlich feucht ist, dann befindet er: „Es duftet pilzig!“

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