Bei der Lufthansa steht der nächste Streik bevor: Die Vereinigung Cockpit hat mehr als 5.000 Piloten aufgerufen, am Donnerstag und Freitag die Arbeit niederzulegen. Es drohen Hunderte Ausfälle – Flüge aus Nahost sind aber explizit ausgenommen.
Passagiere der Lufthansa müssen sich auf den nächsten großen Streik der Piloten einrichten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 5.000 Beschäftigte zum Streik am kommenden Donnerstag und Freitag aufgerufen. Neben Starts aus Deutschland der Lufthansa-Kerngesellschaft sind auch die Frachttochter Lufthansa Cargo und erstmals die Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline von dem Aufruf betroffen.
Keine Streiks bei Nahost-Flügen
Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche wegen der angespannten Situation im Luftverkehr nach Nahost noch von Streikmaßnahmen abgesehen. Nun sind Ziele in den arabischen Raum ausdrücklich von den Streiks ausgenommen – konkret diese Länder: Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.
Bei den drei betroffenen Lufthansa-Betrieben hatten sich die Beschäftigten per Urabstimmung für Arbeitskämpfe ausgesprochen. Bei der Gesellschaft Eurowings läuft eine entsprechende Abstimmung am kommenden Montag (16. März) aus. An dem Streik in der laufenden Woche werden sich die Eurowings-Beschäftigten daher nicht beteiligen.
Es ist bereits die zweite Streikwelle in der laufenden Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa-Kerngesellschaft. Am 12. Februar hatten die Piloten für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus.
Streit über Betriebsrenten
Hintergrund des Arbeitskampfes sind der Gewerkschaft zufolge ergebnislose Verhandlungen über die Betriebsrenten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Laut VC-Präsident Andreas Pinheiro liegt weiterhin kein Angebot vor. „Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte.“
Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach mit Hilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs zu sprechen. Daran hängen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten. Vorstandschef Carsten Spohr hat erklärt, dass dies die Beschäftigten weit mehr interessiere als das ohnehin auskömmliche Betriebsrentensystem.
Cityline fliegt nicht mehr lange
Die Cityline erledigt für die Kerngesellschaft Lufthansa regionale Zubringerflüge. Sie betreibt 30 Jets und beschäftigt an die 500 Pilotinnen und Piloten. Der Flugbetrieb der Gesellschaft soll nach Aussagen des Konzern-Managements im kommenden Jahr auslaufen. Ihre Verbindungen sollen bis dahin auf die neue, fast namensgleiche Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines übergehen.
Laut VC hat die bevorstehende Schließung aber nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun. Die Gewerkschaft hat für die Jahre 2024, 2025 und 2026 Vergütungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jährlich gefordert. Ein erstes Angebot hat die VC abgelehnt, weil es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete.
Source: tagesschau.de