Letzte Handgriffe auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor dem Angriff auf den Iran
Foto: US Navy/Getty Images
Ausgerechnet mit der Türkei hat CDU-Oberst Roderich Kiesewetter den neuesten Feind ins Visier genommen. Währenddessen stellt Donald Trumps NATO-Sekretär Mark Rutte klar, wie Europa am Krieg der USA und Israels gegen den Iran beteiligt ist
Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter ist ein Schlachtenbummler. Wo immer „der Westen“ Feinde erschlagen muss, ist Kiesewetter zur Stelle. Denn überall sieht er Verschwörungen am Werk. Seine liebste Wahnvorstellung heißt CRINK. Diese ominöse Buchstabenfolge steht für die Schurken-Allianz aus China, Russland, Iran und Nordkorea. Daher begrüßt Kiesewetter auch den Enthauptungsschlag gegen den Iran. Dieser Angriff sei „im deutschen Interesse“, weil Russland durch ihn geschwächt werde.
Herbert Wehner hätte Kiesewetter wohl „Pietkong“ genannt
Um die Ecke denken kann er, der Kiesewetter. Und er blickt weiter als andere. Er sieht nämlich schon das nächste Problem: die Türkei. Die ist zwar NATO-Mitglied, aber in Wahrheit eine „wesentliche Stütze des Mullah-Regimes“ im Iran. Sie unterstütze die Hisbollah und die Hamas. Der nächste Feind ist ins Fadenkreuz von Oberst Kiesewetter geraten – bevor die NATO nun behauptete, sie habe eine Rakete aus dem Iran nahe des türkischen Luftraums abgefangen.
Dieser furchtbar nette Schwabe repräsentiert eine seltsame, im Südwesten aber nicht seltene Mischung aus Naturliebe, christlicher Botschaft und Panzerwaffe. Der alte SPD-Grantler Herbert Wehner hätte ihn wohl als „Pietkong“ verunglimpft, doch die jetzige SPD-Führung ist in Sachen Deutlichkeit ein Totalausfall.
Leuten wie Kiesewetter wird überall ein Mikrophon hingehalten, in der Hoffnung, dass sie die verweichlichte Kampfmoral der Deutschen stärken oder wenigstens den eigenen Parteien auf die Nerven gehen. Ersatzweise kommen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Toni Hofreiter (Grüne) oder Michael Roth (SPD) in Frage.
Mark Rutte, der opportunistische Schmeichler
Da ist NATO-Generalsekretär Mark Rutte schon ein anderes „Kaliber“. Er bollert nicht los wie Kiesewetter und trägt seine „christlichen Werte“ nicht auf der Zunge. Er ist ein geschmeidiger opportunistischer Diener, der in dem Größenwahn lebt, er könne seinen Herrn und Meister durch Schmeicheleien in die richtige Richtung lenken. Vom ARD-Studio in Brüssel befragt, wie sich die NATO angesichts der Gegenangriffe des Irans verhalten werde, wählte Rutte eine hintersinnige Antwort.
Die NATO, sagte er, werde sich natürlich aus der direkten „Militäroperation“ der USA und Israels heraushalten, denn der Iran liege außerhalb des NATO-Gebiets und kein NATO-Mitglied sei bislang angegriffen worden, so dass die Beistandsklausel nach Artikel 5 des NATO-Vertrags nicht greife.
Über die Ramstein Airbase läuft der Nachschub für Trumps Spezialoperation
Aber, so Rutte weiter, einzelne NATO-Mitglieder könnten und sollten den US-Angriff unterstützen, indem sie „bei der Logistik helfen“. So stünden britische Militärbasen in der Golfregion für Donald Trumps Spezialoperation zur Verfügung. Und über die Ramstein Airbase in Rheinland-Pfalz läuft – wie immer – der Nachschub. Also habe er, Rutte, den USA und Israel zur Beruhigung mitgeteilt: „Hey, wo immer wir euch defensiv unterstützen können, sind wir für euch da.“ Die NATO ist am Krieg beteiligt, nennt es aber nicht so.
Diese Mixtur aus Unterwürfigkeit und Selbstüberschätzung ist typisch für einen Sekretär, der in Wahrheit nichts zu sagen hat, weil er tun muss, was die USA ihm auftragen. Das hat Mark Rutte schon im Januar bewiesen, als er die zarten Emanzipationshoffnungen europäischer NATO-Mitglieder in Sachen „strategischer Autonomie“ in die Schranken wies. Rutte vor dem Sicherheits- und Verteidigungsausschuss des Europäischen Parlaments: „Wenn hier jemand glaubt, dass die Europäische Union oder Europa als Ganzes sich ohne die USA verteidigen kann, dann träumt weiter. Das geht nicht.“
Solange die Europäer solche Schlachtenbummler und US-Opportunisten als Sicherheitsexperten in die erste Reihe schieben, brauchen sie sich über Hohn und Spott nicht zu wundern.