Weltweit sind während des Iran-Kriegs die Preise für Öl und Gas stark gestiegen. Für Simon Stiell die Gelegenheit, den Abschied von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen.
UN-Klimachef Simon Stiell sieht verstärkten Klimaschutz als Ausweg aus der Energie- und Wirtschaftskrise. Der Iran-Krieg werde für Monate oder wahrscheinlich sogar Jahre höhere Preise für fossile Energien zur Folge haben und Milliarden von Haushalten einen Schlag in die Magengrube versetzen, erklärte Stiell zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs in Berlin.
„Die Zusammenarbeit für das Klima ist der Schlüssel, um die doppelte Gefahr der globalen Erwärmung und des Kostenchaos durch fossile Energien abzuwehren“, betonte Stiell in seinem vorab verbreiteten Redetext. „Saubere Energie bietet Sicherheit und Bezahlbarkeit und gibt den Nationen und Völkern ihre Souveränität zurück. Nie war es wichtiger, schneller ins Handeln zu kommen.“
Konkret mahnte Stiell an, vereinbarte globale Klimaziele in erreichbare Etappen aufzusplitten und Lösungen umzusetzen. Bis zur Weltklimakonferenz COP33 im Jahr 2028 müsse sich zeigen, dass die 2023 gemachten Zusagen erfüllt würden. Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 mobilisiere Billionen von Dollar in der Wirtschaft und bewirke, dass „positive Kipppunkte“ erreicht würden. „Am bemerkenswertesten ist, dass die Wende zu sauberen Energien jetzt unumkehrbar ist“, meinte Stiell.
Als wichtige Punkte nannte er die Beschleunigung des Netzausbaus, die Verminderung von Methan als besonders schädliches Klimagas und die Versorgung mit klimaresistenten Lebensmitteln kombiniert mit weniger Lebensmittelverschwendung. Allein Letzteres könnte die Treibhausgasemissionen weltweit einer Schätzung zufolge um ein Drittel senken, erklärte Stiell. Er ist seit 2022 Exekutivsekretär des UN-Klimarahmenabkommens UNFCCC in Bonn.
Livestream
Website
dpa
Source: stern.de