Perspektivwechsel: Mehr qua Mehrkorn

Werbung mit Fitness

Und dann kam eine Idee hinzu, die den USP noch einmal frisch justierte und ein weiter Meilenstein war auf dem Weg zu mehr als nur einem Produzenten. „Es war klar, dass wir eine Idee brauchen, die über die Attribute Familie, regionale Rohstoffe und tolle Produkte hinausgeht“, sagt Bertz. Darauf würden im Wettbewerb ganz viele pochen. Die beiden Geschäftsführer Bernd Pappert und Manfred Klüber kamen 2006 auf die Idee, eine wöchentliche Laufschule ins Leben zu rufen. Klüber bereitete sich sowieso gerade auf einen Marathon vor. So war Pappert unwissentlich ein Pionier der Community Runs, die heute in Berlin viele Start-ups als total hip empfinden. „Dann war klar: Wir sind der Fitnessbäcker“, berichtet Bertz.

Die Lauftreffs verfehlten auch bei der regionalen Presse nicht ihre Wirkung. Die Berichte blieben nicht aus und Pappert wurde in der Region schnell über die Maßen als der Fitnessbäcker bekannt. „Irgendwann waren wir fast schon ein bisschen zu viel Fitness und zu wenig Pappert.“

Zu den Treffs kamen in der Region bekannte Persönlichkeiten, und die Mund-zu-Mund-Propaganda hatte überbordende Wirkung. Was heute über Influencer-Marketing teuer erkauft wird, erledigte sich damals ganz automatisch durch die Laufevents. Ein Ziel war dann zügig erreicht: „Wir wollten, dass die Kunden nicht einfach nur zum Bäcker gehen, sondern zu uns – zu Pappert.“

Im Jahr 2014 entschlossen sich die Geschäftsführer Pappert und Klüber, eine Marketing-Abteilung zu installieren. Bertz sollte sie aufbauen und die Markenentwicklung des wachsenden Filialisten mit einem Team weiter vorantreiben.

Mit dem Schritt war auch eine Verlagerung einiger Initiativen, die Pappert bisher mit externen Agenturen gemeinsam erarbeitet hat, verbunden. „Es war wichtig, die Kompetenzen langfristig im eigenen Unternehmen aufzubauen“, sagt Bertz. „Es muss einfach Leute geben, die nah an der Marke dran sind, Leute, die sich Vollzeit damit beschäftigen.“

Die Arbeit mit der Agentur sei überaus erfolgreich gelaufen, aber es sei eben doch ein Unterschied, wenn die Themen aus dem eigenen Team heraus entwickelt werden. „Anfangs hatten sich viele gewundert, warum eine Bäckerei überhaupt eine Marketing-Abteilung braucht“, sagt Bertz. Heute sind fünf Mitarbeiter im Team.

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