Nach dem Anschlag auf das jüdische Lichterfest in Sydney gerät ein Mann in den Mittelpunkt, der einen der Angreifer entwaffnet hat. Dadurch konnte er wohl noch Schlimmeres verhindern. Über seine Identität ist nun mehr bekannt.
Nach dem antisemitischen Anschlag in Sydney wird der Mut eines Mannes gefeiert. In einem millionenfach im Internet geklickten Video sieht man, wie er sich von hinten an einen der Täter anpirscht und ihn überwältigt. Innenminister Tony Burke identifizierte den Mann als Ahmed al Ahmed, einen 43 Jahre alten Obstladenbesitzer und zweifachen Vater. Er soll zwei Töchter haben, drei und sechs Jahre alt.
Eine Spendenaktion für Al Ahmed brachte innerhalb von zwölf Stunden mehr als 550.000 Dollar ein. Der Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, sagte, dank des Mutes des Mannes seien viele Menschen heute noch am Leben. Er sei ein echter Held. Auch Australiens Premierminister Anthony Albanese feierte Al Ahmed als Helden.
Verletzungen durch zweiten Angreifer
Dem australischen Sender ABC zufolge erlitt er Schusswunden in der Schulter und musste operiert werden. Die Schusswunden soll ihm der zweite Angreifer zugefügt haben, der von einer Brücke schoss. Bei dem Anschlag wurden 15 Menschen von den Tätern erschossen.
Al Ahmed konnte den Angreifer überwältigen und die Waffe entreißen. Er richtete sie auf den am Boden liegenden Angreifer, ließ ihn dann weggehen. Der Entwaffnete drehte sich mehrfach um, als er davonhumpelte.
Al Ahmeds Vater Mohamed Fateh sagte der ABC: „Mein Sohn ist ein Held.“ Sein Sohn sei seit 2006 in Australien und australischer Staatsbürger. Die Eltern sagen dem Sender, sie seien erst vor einigen Monaten aus Syrien nach Sydney gekommen, wo ihr Sohn lebt.
„Er hat den Drang, Menschen zu beschützen“
Der 43-Jährige sei bei der Polizei gewesen und bei den Sicherheitskräften. „Er hat den Drang, Menschen zu beschützen. Als er Menschen am Boden liegen sah und überall Blut, zwangen ihn sein Gewissen und seine Seele sofort dazu, sich auf einen der Terroristen zu stürzen und ihm die Waffe zu entreißen“, so der Vater. „Ich fühle Stolz und Ehre – denn mein Sohn ist ein Held in Australien.“
Die Mutter von Ahmed Al Ahmed, Malakeh Hasan Al Ahmed, sagte dem Sender: „Ich bin stolz, dass mein Sohn Menschen geholfen hat, er hat Leben gerettet, Seelen, Gott wird ihm nicht schaden, weil er ein Wohltäter war. Mein Sohn ist schon immer mutig gewesen, er hilft Menschen, so ist er.“ Als dem Angreifer die Munition ausgegangen sei, habe ihr Sohn ihm die Waffe abgenommen, aber er sei getroffen worden. „Wir beten, dass Gott ihn beschützt.“ Ahmed Al Ahmed hat laut ABC zwei Brüder, einer von ihnen soll in Russland, der andere in Deutschland leben.
Source: tagesschau.de