Partei will allein regierenAfD in Sachsen-Anhalt strebt „45 Prozent plus X“ an
11.04.2026, 13:41 Uhr
Für die Wahlen in Sachsen-Anhalt hat die AfD große Ziele: Der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Landes-Ableger will am liebsten allein regieren. Theoretisch wäre das auch ohne 50 Prozent der Stimmen möglich.
Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 45 Prozent als Ziel für seine Partei formuliert. „Wir müssen es allein schaffen“, sagte Siegmund auf einem AfD-Landesparteitag in Magdeburg. Es sei noch mehr Unterstützung nötig, man brauche „45 Prozent plus X“, so Siegmund. Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.
Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP. In Umfragen lag die AfD mit knapp 40 Prozent zuletzt deutlich vor der CDU. Die Landtagswahl ist für den 6. September terminiert. Die AfD setzt auf eine Alleinregierung. Weil Grüne, FDP und BSW aufgrund der Fünfprozenthürde den Einzug ins Parlament verpassen könnten, könnten dafür möglicherweise weniger als 50 Prozent der Stimmen reichen. Siegmund ist 35 Jahre alt und seit 2016 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt. Seit August 2022 führt er gemeinsam mit Oliver Kirchner die AfD-Landtagsfraktion als Co-Vorsitzender.
„Alles ist möglich, wir müssen es nur machen“, sagte Siegmund. Er höre immer wieder die Frage, ob er es verstehen könne, dass es Menschen gebe, die Angst hätten vor einer AfD-geführten Regierung. Dies sei jedoch „Blödsinn“, so Siegmund. „Es gibt keinen Grund für einen rechtschaffenen Bürger, Angst zu haben. Hier rollt doch nicht der Bulldozer durchs Land und macht alles nieder.“
Indes wirft der Landeschef der sachsen-anhaltischen AfD, Martin Reichardt, der politischen Konkurrenz Arroganz vor. „Sie haben uns unterschätzt, als wir gemeinsam mit den Bürgern dem Corona-Impfterror getrotzt haben“, sagte Reichardt auf dem Parteitag. „Wir sind der Rammbock des Volkes, mit dem das Volk demokratisch in die Festungen des etablierten Machtkartells eindringt.“ Der AfD-Landeschef teilte unter anderem gegen die SPD aus. Diese „schäbigen Arbeiterverräter“ gehörten nicht in den Landtag. „Wir und der Wähler, wir schaffen das, dass die draußen bleiben.“ Es sei die Zeit für „die erste AfD-geführte Landesregierung“ gekommen.
Source: n-tv.de