In Venezuela ist die Bevölkerung am heutigen Sonntag zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Die Bewohner des südamerikanischen Landes wählen inmitten einer politischen Krise die 24 Gouverneure der Bundesstaaten sowie die 285
Mitglieder der Nationalversammlung, die seit 2020 weitgehend
vom Regierungslager kontrolliert wird. Die Wahllokale öffneten um 06.00
Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ). Erste Ergebnisse werden in der Nacht
erwartet. Die Beteiligung dürfte erneut niedrig ausfallen: 2020 lag sie bei etwa 30 Prozent.
Oppositionsführerin María Corina Machado rief nach der umstrittenen
Wiederwahl von Präsident Nicolás Maduro im Juli vergangenen Jahres zum
Boykott der Abstimmung auf. Ein anderer Teil der Opposition, der vom früheren
Präsidentschaftskandidaten Henrique Capriles angeführt wird, tritt
allerdings an.
Kurz vor den Wahlen hat die venezolanische Regierung den Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa festnehmen lassen. Ihm wurde vorgeworfen, an einer Verschwörung zur Sabotage der Wahl beteiligt gewesen zu sein. Guanipa gilt als enger Vertrauter der Oppositionsführerin María Corina Machado.
Nach der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 hatte sich der seit 2013
amtierende linksnationalistische Maduro offiziell zum Sieger erklärt.
Die Opposition prangerte jedoch Wahlbetrug an. Ihr Kandidat Edmundo
González Urrutia beanspruchte den Sieg für sich. In der Folge kam es zu
gewaltsamen Protesten mit 28 Toten. Nun will Maduro seine Macht weiter ausbauen. Er regiert das südamerikanische Land seit 2013.